Frauenhaus im Cuxland muss nur wenige Hilfesuchende wegschicken

In Niedersachsen fehlen in einigen Frauenhäusern Plätze. Laut NDR mussten 2017 mehr als 2600 Frauen sogar abgewiesen werden. Im Landkreis Cuxhaven mussten hingegen nur wenige Frauen fortgeschickt werden. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Frauenhaus musste 33 Frauen fortschicken

Das Frauenhaus im Cuxland musste im vergangenen Jahr 33 Frauen abweisen. Doch nicht immer war Platzmangel dafür der Grund. „Wir arbeiten nach dem Prinzip, dass wir immer ein Zimmer frei haben müssen“, sagt Leiterin Martina Buhlmann. Wenn nur noch ein einziges Zimmer frei ist, werde das aber für Frauen aus dem Landkreis oder der Stadt Cuxhaven reserviert.

Frauen aus anderen Landkreisen

„Frauen, die aus einem anderen Landkreis kommen, müssen dann woanders unterkommen“, sagt Buhlmann. In 17 der 33 Fälle von 2017 konnten Frauen wegen dieser Regel nicht im Cuxländer Frauenhaus aufgenommen werden.

Obdachlose nur in Ausnahmefällen

Ein anderer Grund, weshalb Frauen nicht aufgenommen wurden, war beispielsweise, dass manche der Frauen nicht vor Gewalt flohen, sondern obdachlos waren. „In so einem Fall nehmen wir eine Frau nur in Ausnahmefällen auf“, betont Buhlmann. „Voraussetzung ist dann, dass wir viele freie Zimmer haben.“

Medikation muss richtig sein

Auch bei psychisch kranken Frauen könne das Frauenhaus nur dann helfen, wenn die Medikation der Frau richtig eingestellt ist und ein Gespräch mit einem Arzt stattgefunden hat.

Hier gibt es Hilfe

  • Frauen aus der Region, die Opfer von häuslicher Gewalt sind und Hilfe benötigen, erhalten diese beim Paritätischen Cuxhaven, dem Träger des Frauenhauses, unter 04721/579393.
  • Das allgemeine Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter der Nummer 08000/116016 rund um die Uhr und kostenlos zu erreichen. Je nach Bedarf können bei einem Beratungsgespräch Dolmetscherinnen in 17 Fremdsprachen hinzugezogen werden. Weitere Informationen gibt es unter www.hilfetelefon.de.