Naturschützer besorgt über Zustand der Gewässer

Die Gewässer und das Grundwasser in der Region Weser-Elbe befinden sich in einem schlechten Zustand. Das hat der Naturschutzbund BUND im Rahmen eines Projekts festgestellt. „Nur zwei Prozent der untersuchten 62 Gewässer-Proben befanden sich in einem guten Zustand, 88 Prozent aber nicht“, beklagt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Elbe-Weser.

Bürger als ehrenamtliche Wissenschaftler

Im Rahmen seines Projekts „Aktion Wasser – für lebendige Gewässer und Grundwasser“ engagierten sich zahlreiche Ehrenamtliche als Bürgerwissenschaftler. Bei den Untersuchungen an den Gewässern wurden vor allem Nährstoffe wie Nitrat und Ammonium und andere unter die Lupe genommen und auch Wassertiere vom Gewässergrund bestimmt.

BUND-Geschäftsführer: Werte des Grundwassers bedenklich

Außer bei den Gewässern hatten die ehrenamtlichen Wasserschützer auch die Nitrat-Werte im Grundwasser der Region im Visier. Bei vier Veranstaltungen riefen sie Bürger auf, Wasserproben aus ihren Hausbrunnen auf Nitrat untersuchen zu lassen. „Die Ergebnisse waren nicht überraschend, aber nicht minder besorgniserregend“, stellt Quellmalz fest. „Von den 110 untersuchten Wasserproben wiesen 59 Prozent Nitrat-Werte von 10 bis 80 Milligramm pro Liter auf. Neun Prozent der Werte lagen sogar bei 50 Milligramm pro Liter oder mehr, also jenseits des offiziellen Grenzwertes für Trinkwasser.“

Ursache ist die Landwirtschaft

Diese Ergebnisse deuteten auf menschengemachte Ursachen hin und seien als mäßig bis sehr kritisch belastet einzustufen. Das Wasser aus diesen Proben sollte nach Ansicht des BUND keinesfalls getrunken oder bei den höheren Werten für das Planschbecken genutzt werden.
Ursache für die Belastung der Gewässer und des Grundwassers ist nach Ansicht des BUND vor allem die aktuell intensive Form der Landwirtschaft, aus der allein in Niedersachsen jährlich rund 50 000 Tonnen Stickstoff und 30 000 Tonnen Phosphat zu viel in Böden und auch in die Gewässer gelange.