Mulsum: „Dieser Lärm macht krank“

Keine Schranke, kein Warnlicht. Nur Andreaskreuze. Und das an allen vier Bahnübergängen im 500-Seelen-Dorf Mulsum im Cuxland. Züge, die hier vorbeifahren, kündigen ihr Kommen mit pfeifenden Signaltönen an. Tag und Nacht. „In einer Lautstärke, die krank macht“, finden Bewohner. Aber es geht ihnen nicht nur um Lärm, sondern auch um Sicherheit an den Übergängen.

Straße mündet in 90-Grad-Kurve

Der Übergang „Kleiner Specken“ verbindet das Dorfzentrum mit einer Wohnsiedlung in der Straße Hinter der Bahn. Gleich hinter dem technisch nicht gesicherten Bahnübergang mündet sie in eine 90-Grad-Kurve. „Der Winkel am Bahnübergang zur Dorfmitte ist besonders gefährlich. Lieferwagen können hier nicht nach hinten schauen“, berichtet Norbert Arndt, der seit vielen Jahren in der Straße wohnt.

„Unfälle sind bislang glimpflich verlaufen“

Noch schwieriger sei die Situation im Winter, wenn die Sonne tief steht, und bei Nebel. Nicht erst ein Auto habe den Zug dadurch zu spät gesehen. „Zum Glück sind Unfälle hier bislang glimpflich verlaufen“, sagt Arndt. Trotzdem müssten dringend besser gesicherte Bahnübergänge geschaffen werden.

Keine technische Sicherung vorgeschrieben

Für Bahnübergänge an Hauptbahnen, die über Nebengleise führen, und für Bahnübergänge auf Nebenbahnen ist keine technische Sicherung vorgeschrieben, wenn auf der Straße schwacher oder mäßiger Verkehr herrscht. Diese Bahnübergänge sind durch das Andreaskreuz (Zeichen 201) gesichert. Statt technischer Sicherung gibt es hier die

  • Übersicht auf die Bahnstrecke und / oder
  • hörbare Signale der Eisenbahnfahrzeuge (Signalhorn), ggf. in Verbindung mit einer
  • Herabsetzung der Geschwindigkeit der Eisenbahnfahrzeuge am Bahnübergang oder die
  • Sicherung durch Posten (Mitarbeiter der Bahn).
Heike Leuschner

Heike Leuschner

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Heike Leuschner hat sich nach ihrem Jura-Studium in Hamburg für die journalistische Laufbahn entschieden. Seit 2010 ist die gebürtige Sächsin als Redakteurin im Landkreis-Ressort der NORDSEE-ZEITUNG beschäftigt. Privat sieht man sie häufig mit der Kamera - oder gar nicht. Dann ist sie auf Reisen.