Recycling von Windkraftanlagen: Aus Flügeln wird Zement

Mehr als 480 Windräder drehen sich derzeit im Kreis Cuxhaven und erzeugen Strom. Am Ende ihres „Lebens“ müssen sie fachgerecht abgebaut und entsorgt werden. So schreibt es das Gesetz vor. Experten rechnen damit, dass dies ab 2020 mit Auslaufen der EEG-Vergütung massiv passieren wird. Doch wie wird ein Windrad fachgerecht entsorgt?

Grundsätzlich besteht eine Windkraftanlage aus vier Teilen: der Gondel, den Flügeln, dem Turm und dem Fundament. „Die Gondel ist das kleinste Problem“, sagt Ralf Voßhenrich von der Abbruchfirma Hagedorn. Die Gondel werde abgenommen, für den Transport zerlegt und komme dann in den Schrott. Schwieriger wird es mit dem Turm. „Ab 70 Meter Höhe muss dieser mit der Abbruchschere heruntergeschnitten werden“, sagt der Experte. Benötigt würden dafür ein Zwei-Mann-Team und ein Bagger.

Das Fundament muss weg

Im Kreis Cuxhaven muss das Fundament bis auf eine Tiefe von 2,5 Metern entfernt werden. „Man kann beispielsweise mit einem Stemmhammer an einem 40-Tonnen-Bagger zu Werke gehen“, sagt Voßhenrich. Die bessere Alternative zum Entfernen eines Fundaments sei die Sprengung – allerdings mit vielen kleinen Mikrosprengungen.

Schwierig ist das Recycling der Flügel. „Sie bestehen meistens aus Glasfaser (GFK) und nur manchmal aus Kohlefaser (CFK)“, weiß Mika Lange vom Entsorgungsunternehmen Neocomp. Deshalb hat Neocomp ein neuartiges Verfahren entwickelt, bei dem GFK vollständig verwertet wird. Dieses wird dann in der Zementherstellung eingesetzt – als Brennstoff und als Sandersatz.