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Schüsse auf Cuxhavener Kreisveterinär: Tatwaffe war ein Erbstück

Ein schießwütiger Bauer aus Osterbruch steht wegen versuchten Mordes vor dem Stader Landgericht. Der 56-Jährige hat Anfang Februar auf den Kreisveterinär geschossen. Jetzt stellte sich heraus, die Tatwaffe war ein Erbstück und hätte blockiert werden müssen.

Erinnerungsstück aus dem Nachlass des Vaters

Die Tatwaffe – eine spanischen Pistole vom Typ „Star“ – vom Kaliber 9 Millimeter hatte er, ebenso wie eine 22-Millimeter-Büchse vom gleichen Hersteller, als Erinnerungsstücke aus dem Nachlass seines Vaters im Besitz. Er hatte dafür auch eine Erben-Waffenbesitzkarte, durfte die Pistole und das Gewehr nicht verwenden. Die Pistole hätte zudem blockiert werden müssen.

Landwirt hätte keine Munition haben dürfen

Ein geeignetes System für diesen Waffentyp gibt es jedoch nicht, wie das Ordnungsamt des Landkreises ausweislich der Auskunft eines Jagdwaffenhändlers bescheinigte. Keinesfalls hätte der Landwirt Munition besitzen dürfen. Bei späteren Durchsuchungen des Hauses fanden sich noch diverse Schachteln mit Patronen für die Kaliber 9 und 22 Millimeter in einer Kommodenschublade.

Kreisveterinär in den Bauch geschossen

Am 1. Februar hatte der Landwirt den Kreisveterinär mutmaßlich mit einem Schuss aus seiner Pistole in den Bauch lebensgefährlich verletzt. Die Behörde wollte, unter Begleitung von Polizeibeamten, an diesem Morgen die Tiere von dem Hof abtransportieren, weil der Osterbrucher gegen das Tierschutzgesetz verstoßen hatte. (ur)