Tod am Dorumersiel: Leiche soll obduziert werden

Ein 78 Jahre alter Mann aus Geestland ist am vergangenen Freitag bei der traditionellen Seehundzählung, die die vom Landkreis Cuxhaven und der Nationalparkverwaltung veranstaltet wird, tödlich verunglückt. Landrat Kai-Uwe Bielefeld zeigt sich „zutiefst betroffen“.

Landrat Bielefeld ist zutiefst betroffen

Seit 30 Jahren gibt es die traditionelle Seehundzählung, und noch nie ist etwas passiert. Bis zum vergangenen Freitag. Ein 78 Jahre alter Mann aus Geestland stürzt im Bereich Dorumersiel ins Wasser und ertrinkt. Landrat Kai-Uwe Bielefeld ist auch am Sonntag noch „zutiefst betroffen“. Das Mitgefühl gelte der Frau des Mannes und seiner Familie. Die Polizei ermittelt.

Zwei Kutter waren unterwegs

Bei der Seehundzählung werden nicht wirklich Seehunde gezählt, vielmehr nimmt der Landkreis die Ausflugsfahrt zu den Seehundbänken zum Anlass, um Themen rund um Nationalpark, Umwelt und Seefahrt mit den Verantwortlichen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu besprechen. Zwei Kutter fahren hinaus, einer von Wremen aus, einer von Dorum. Auf letzterem war das spätere Opfer mit weiteren Vertretern der Jägerschaft Wesermünde-Bremerhaven.

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Der 78-Jährige wollte sich kurz vor dem Zwischenfall noch etwas Wärmeres anziehen

Nach Informationen von nord24 hat der Geestländer kurz vor dem Unglück gesagt gesagt, er wolle sich etwas Wärmeres anziehen. Er soll noch gesehen worden sein, wie er sich mit dem Rücken zum Wasser etwas überziehen wollte.

Reanimationsversuche bleiben erfolglos

Niemand hat jedoch beobachtet, wie er über Bord gegangen ist. Einer der Jäger ist sofort ins Wasser gesprungen, als man den Mann vom anderen Kutter aus entdeckt hatte. Unklar ist, ob der Geestländer noch kurzzeitig ein Rettungsseil zu fassen bekommen hat. Reanimationsversuche eines Feuerwehrmannes an Bord blieben erfolglos.

Die Wasserschutzpolizei ermittelt in alle Richtungen

Die Wasserschutzpolizei in Wilhelmshaven hat am Sonntag noch keine neuen Erkenntnisse über die genaue Todesursache. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt Michael Reh – „ob es wirklich ein Unfall war, ob er irgendwo hängen geblieben oder ausgerutscht ist oder auch, ob jemand nachgeholfen hat.“ Es soll eine Obduktion geben.

Christian Doescher

Christian Doescher

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Christian Döscher, Jahrgang 1967, leitet seit 2009 die Landkreis-Redaktion der NORDSEE-ZEITUNG. Zehn Jahre hat er in der Nachrichten-Redaktion gearbeitet. Vor seinem Volontariat ab 1997 ist der Köhlener vier Jahre als selbstständiger Marketing-Berater tätig gewesen. Studiert hat Döscher in Hannover Wirtschaftswissenschaften. Seine Leidenschaft gilt dem Fußball.