#Typisch nordisch: 5 Dinge, die du über das Watt nicht wusstest

Ist das Wasser nicht da, kommt bei Ebbe das Watt zum Vorschein. Es gibt wohl kaum einen Urlauber, der bei seinem Besuch nicht mindestens einmal die Füße in den Schlick steckt. Doch es ist nicht einfach nur Matsch, was die Nordsee bei Flut versteckt.

  • Watt?

Das Wort Watt (in der Mehrzahl Watten) kommt von „Waten“. Waten bedeutet sich langsam auf einem nachgebenden Untergrund fortzubewegen. Einfacher gesagt: so etwas wie Wattwandern. Beliebtestes Ziel in unserer Region ist die Insel Neuwerk. Von Cuxhaven-Sahlenburg müssen etwa zehn Kilometer und von Cuxhaven-Duhnen ungefähr zwölf Kilometer durch den matschigen Untergrund zurückgelegt werden.

  • Watt’n das?

Das Wattenmeer der Nordsee ist mit seinen etwa 9000 Quadratkilometern der größte Lebensraum seiner Art. Die 450 Kilometer lange und bis zu 40 Kilometer breite Landschaft erstreckt sich vom dänischen Skallingen bis zu Den Helder in den Niederlanden. 60 Prozent davon liegen in deutschem Gebiet. Mehrere Abschnitte, so auch der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Es gibt verschiedene Zusammensetzungen von Wattböden. So ist es in manchen Gebieten besonders matschig.
Es gibt verschiedene Zusammensetzungen von Wattböden. So ist es in manchen Gebieten besonders matschig. Foto: Kaiser
  • Watt is da los?

Das Watt gehört zu den aktivsten Lebensräumen auf der Welt. Millionen von Kieselalgen finden sich in einem Quadratzentimeter Erde. Kieselalgen sind winzige Einzeller. Aber auch das größte Raubtier Deutschlands lebt im Wattenmeer: die Kegelrobbe. Krebse und Würmer bieten zudem eine hervorragende Nahrungsgrundlage für Millionen Zugvögel.

  • Und watt noch?

Der Nordseeschlick macht schön, schwört zumindest das Cuxhavener Kosmetikunternehmen „La mer“. Die Firma hat das weltweit exklusive Recht, Schlick aus der Nordsee zu „ernten“ und in seinen fast hundert Produkten zu verarbeiten.

  • Watt wird da gebohrt?

Nicht nur der beliebte Watt- oder auch Borstenwurm schlängelt sich durch die matschige Erde. Zweiterer gräbt sich jährlich durch etwa 25 Kilo Sand. Die Deutsche Erdoel AG (DEA) geht etwas weiter: Mit der Bohrinsel Mittelplate fördert das Unternehmen Öl aus 3000 Metern Tiefe. Mit ursprünglich mehr als 100 Millionen Tonnen Erdöl, liegt im südlichen Teil des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeers das größte Ölfeld Deutschlands – und sorgt für viele Diskussionen.