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Wolfsberater: „Probleme im Cuxland sind menschengemacht“

Hermann Kück ist Naturschützer, Jäger und ehrenamtlicher Wolfsberater im Landkreis. Jüngst sorgte er mit der Empfehlung für Aufsehen, zumindest einige Jungwölfe im Cuxland abschießen zu lassen. Der Lunestedter erklärt jetzt, was Hintergrund seiner umstrittenen Aussage war.

„Haben das Jagen von Wild nie gelernt“

Fakt ist: Nach zahlreichen Nutztierrissen ist im Landkreis eine intensive Diskussion über die hier lebenden Jungwölfe entbrannt.  „Das Problem ist menschengemacht“, erzählt Kück im Interview mit der NORDSEE-ZEITUNG. „Der Abschuss der Mutter des Rudels im Jahr 2016 war ein Verbrechen, sie wurde wissentlich erschossen. Wir wissen aus DNA-Ergebnissen, dass auch der Vater nicht mehr da ist. Die Welpen sind seit Ende 2016 auf sich allein gestellt, haben das Jagen von Wild nie richtig gelernt.“

Archivbild: Mit einem Wattestäbchen nimmt Wolfsberater Hermann Kück die DNA-Probe aus der Wunde eines gerissenen Schafes.
Archivbild: Mit einem Wattestäbchen nimmt Wolfsberater Hermann Kück die DNA-Probe aus der Wunde eines gerissenen Schafes. Archivfoto Fixy

Kritik lässt Wolfsberater nicht kalt

Die Forderung, zumindest einige der Wölfe für den Abschuss freizugeben, hat viel Kritik hervorgerufen. Das lässt Wolfsberater Kück nicht kalt. „Wer mich kennt, weiß, dass ich schon mein Leben lang Naturschützer bin. Die Entnahme der Wölfe fordere ich nicht, weil ich gegen die Wölfe bin, sondern weil ich ihre Rückkehr begrüße und nicht gefährden möchte. Die Jungwölfe im Cuxland gefährden den Ruf aller Wölfe. Die Lage wird sich noch zuspitzen.“

Jens Gehrke

Jens Gehrke

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Jens Gehrke ist in Bremerhaven geboren, arbeitet als Redakteur bei der NORDSEE-ZEITUNG und gehört seit 2016 dem nord24.de-Team an. Er hat Kulturwissenschaften und BWL in Lüneburg und Madrid studiert, danach volontierte er bei der NORDSEE-ZEITUNG. Die Schwerpunkte der Berichterstattung liegen in den Gemeinden Hagen im Bremischen und Beverstedt.