Böhmermann verklagt Merkel wegen Kritik an Erdogan-„Schmähgedicht“

Der Fernsehmoderator Jan Böhmermann hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer kritischen Einschätzung seines „Schmähgedichts“ auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verklagt.

Verhandlung am 16. April

Am 16. April soll die Klage vor dem Verwaltungsgericht Berlin verhandelt werden, wie ein Sprecher des Gerichts am Dienstag bestätigte. Formal richtet sich die Klage gegen das Kanzleramt. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet.

Böhmermann löste diplomatischen Eklat aus

Der Satiriker Jan Böhmermann hatte mit dem satirischen Gedicht „Schmähkritik“ in seiner Fernsehsendung 2016 einen diplomatischen Eklat im Verhältnis zur Türkei ausgelöst. Merkel nannte das Gedicht damals „bewusst verletzend“, wie Regierungssprecher Steffen Seibert berichtete.

2017 drohte der Moderator bereits mit Klage

Später bezeichnete die Kanzlerin diese Aussage als Fehler. 2017 drohte Böhmermann laut einem Medienbericht Merkel mit einer Klage.

Auch Erdogan hatte geklagt

Erdogan selbst hatte Böhmermann wegen Beleidigung verklagt. Das Landgericht Hamburg gab der Klage teilweise statt. Böhmermann darf „ehrverletzende“ Verse des Gedichts gegen Erdogan nicht wiederholen. Der türkische Präsident hatte den Beitrag komplett verbieten lassen wollen. Böhmermann will das Urteil anfechten. (dpa)