Lebenslauf gefälscht: SPD-Politikerin tritt zurück

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Hinz hat nach der Aufdeckung ihres gefälschten Lebenslaufes ihr Mandat niedergelegt. Sie hatte damals angegeben, das Abitur bestanden und juristische Staatsexamina abgelegt zu haben. Beides ist gelogen. 

SPD-Vorsitzender aus Essen: „Der Partei großen Schaden zugefügt“

Mit ihren falschen Angaben habe sie Vertrauen verspielt und auch der SPD großen Schaden zugefügt, erklärte Kutschaty als Vorsitzender der Essener SPD. Sowohl Kutschaty als auch die Bundestagsfraktion betonten, dass bei der SPD kein Abitur und kein Hochschulstudium erwartet würden, um ein Mandat auszuüben.

Abitur auf dem zweiten Bildungsweg abgebrochen

Nach Angaben des Hinz-Anwalts hatte die SPD-Politikerin 1983 am heutigen Erich-Brost-Berufskolleg der Stadt Essen die Fachhochschulreife erworben. „Mitte der 1990er Jahre unternahm sie den Versuch, auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachzuholen und so zumindest einen Teil ihrer biografischen Falschangaben zu heilen.“ Aus Zeitgründen habe Hinz dies jedoch nach etwa einem Jahr wieder aufgeben müssen.

Zwei Anzeigen sind bereits eingegangen

Bei der Essener Staatsanwaltschaft seien inzwischen zwei Anzeigen gegen Hinz eingegangen, sagte Oberstaatsanwältin Anette Milk auf Anfrage. Derzeit werde geprüft, „ob ein Anfangsverdacht wegen eines Täuschungsdeliktes gegeben ist“. (dpa)