Thatchers Handtaschen unterm Hammer

Im Auktionshaus Christie’s in der feinsten Gegend Londons kommen morgen mehr als 400 Objekte aus dem Besitz von Großbritanniens einstiger Premierministerin Margaret Thatcher unter den Hammer. „Es handelt sich um ein faszinierendes Panorama über das Leben einer der größten politischen Führer unserer Zeit“, sagt Meredith Etherington-Smith von Christie’s. Versteigert werden Kleider und Handtaschen, Schmuck und Porzellan, aber auch Staatsgeschenke sowie Dokumente. Einer unserer „iconic sales“, nennt sie es, etwa: einer unserer Kult-Auktionen.

Buh-Rufe für Thatcher

Nicht alle Briten denken so positiv über Baroness Thatcher of Kesteven. Als der Sarg der „Eisernen Lady“ vor zwei Jahren in einer pompösen Beerdigungszeremonie durch die Straßen Londons gezogen wurde, gab es auch Buh-Rufe und Pfiffe. In ihrer elfjährigen Regierungszeit (1979-1990) kämpfte sie streikenden Bergarbeiter nieder, führte auf den Falkland-Inseln Krieg gegen Argentinien und stemmte sich gegen die deutsche Wiedervereinigung. Die Tochter eines kleinen Lebensmittelhändlers und „Erfinderin“ des Turbo-Kapitalismus hat das Land gespalten wie kaum ein anderer britischer Politiker.

Ein weiteres Highlight der Auktion ist ein herrisch dreinblickender Adler aus Porzellan, nicht jedermanns Geschmack vermutlich, aber ein Geschenk des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan. In Sachen Kampf gegen den Kommunismus verband die beiden Konservativen so etwas wie eine politische Seelenverwandtschaft.