Kunden schätzen die hohe Qualität

Der Start in den Arbeitstag beginnt morgens um 8 Uhr für Sascha Guderian mit einem Ritual. „Zuerst wird natürlich dem Chef guten Morgen gesagt“, sagt der 33-Jährige und lächelt. Der Chef, das ist Wolfram Lipski, einer der Gruppenleiter in der Tischlerei der Lebenshilfe. „Die morgendliche Begrüßung ist uns wichtig. Ich sehe sofort, ob jemand gut oder mal nicht ganz so gut drauf ist und kann entsprechend reagieren“, so Lipski.

Transportkisten für Windkrafträder

Sascha Guderian bringt meistens gute Laune mit in die Werkstatt am Grabensmoor in Leherheide. Seit elf Jahren ist der junge Mann bei der Lebenshilfe beschäftigt, die Arbeit mit Holz und das Bedienen der Maschinen in der Tischlerei liegt ihm. „Handwerklich arbeiten ist mein Ding“, weiß er. Nach dem Begrüßungsritual geht es für Sascha Guderian und seine 27 Kolleginnen und Kollegen in der Tischlerei an die Maschinen. Zusammen mit zwei Kollegen fertigt Guderian derzeit große Transportkisten an. „Darin werden Teile für Windkrafträder verpackt und in die USA geschickt“, berichtet er. Seine berufliche Laufbahn begann der 33-Jährige im Berufsbildungsbereich der Lebenshilfe. Nach der Orientierungsphase standen mehrere Praktika an, im Bereich Hauswirtschaft und Kartonage sammelte Sascha Guderian bei der Lebenshilfe Erfahrung. Vor einigen Jahren holte er an der Abendschule seinen erweiterten Hauptschulabschluss nach, zurzeit macht er eine hausinterne Weiterbildung im Bereich Lager und Logistik. Stillstand scheint für den jungen Mitarbeiter keine Option: „Es macht mir Spaß, Neues zu lernen“, sagt er. Das gilt auch für seine Kollegin Yvonne Knoche, die zurzeit in der Kartonage, einer der 26 Werkstätten der Lebenshilfe in Bremerhaven, beschäftigt ist. Auch sie hat hausintern bereits einige Praktika absolviert und in den vergangenen Monaten berufliche Erfahrungen auf einem Reiterhof in Leherheide gesammelt. Auch Sascha Guderian war bereits drei Jahre lang an einem sogenannten Außenarbeitsplatz tätig.

Qualitativ hochwertige Arbeit in allen Werkstattgruppen

„In unseren Werkstätten arbeiten Menschen, die aufgrund der Art und Schwere ihrer Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht, noch nicht oder noch nicht wieder eine Beschäftigung finden. Wir haben selbstverständlich das Ziel, möglichst viele Menschen für den allgemeinen Arbeitsmarkt zu befähigen. Oft ist ein Praktikum ein erster Schritt dazu“, so Thomas Rietzke. Der Produktionsleiter der Lebenshilfe weiß, dass die Kolleginnen und Kollegen in den Werkstätten qualitativ hochwertige Arbeit leisten, davon zeugt die Zufriedenheit vieler namhafter Kunden aus der Region. „Wir sind im Produktionsbereich sehr vielschichtig aufgestellt“, sagt Rietzke. In den 26 Werkstattgruppen an fünf Standorten im Bremerhavener Stadtteil Leherheide sind derzeit 368 Mitarbeiter mit Behinderung beschäftigt. Sie arbeiten in der Kartonfabrik, der Montage und Konfektionierung, der Kunststoffverarbeitung, in der Holzwerkstatt, im hauswirtschaftlichen Betrieb, in der Wäschegruppe, der Betriebsdienstgruppe, in der Gartengruppe „Querbeet“, im Fahrradladen „Drahtesel“ und in der Bäckerei mit Bistro „Brötchengeber“. Seit fast 60 Jahren ist die Lebenshilfe in Bremerhaven mit ihren Einrichtungen aktiv, von Beginn an war es der Anspruch des Vereins, die Interessen der Menschen mit einer geistigen Behinderung in der Seestadt und Umgebung zu vertreten. Teilhabe statt Ausgrenzung – das Leitmotiv der Lebenshilfe ist heute wie damals aktuell. Für Yvonne Knoche, Sascha Guderian und ihre Kolleginnen und Kollegen ist es selbstverständlich.

Lebenshilfe Ortsvereinigung Bremerhaven e.V.

Das Büro der Lebenshilfe befindet sich in der Adolf-Kolping-Straße 29, 27578 Bremerhaven und ist erreichbar unter 0471 96267-0 oder per Mail: info@lebenshilfe-bremerhaven.de.
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