Immer zu spät oder stets pünktlich: Welcher Zeit-Typ sind Sie?

Man kennt das ja: Es gibt Menschen, die scheinen es mit der Pünktlichkeit nicht so genau zu nehmen. Da kann kommen was will – sie kommen immer zu spät. Und dann gibt es solche, die sind immer schon da. Minutengenau. Der ganze Tag ist durchgeplant. Und wird auch genauso umgesetzt. Welcher Zeit-Typ sind Sie?

Pünktlichkeit als Tugend

Pünktlichkeit gilt in unserer Gesellschaft als Tugend. Wer pünktlich ist, auf den kann man sich verlassen. Zeit ist schließlich Geld – und Geld ist wichtig. Wie lässt es sich also erklären, dass Menschen scheinbar derart unterschiedlich mit Zeit umgehen?

Lessing
Auch der Dichter Gotthold Ephraim Lessing sah die Pünktlichkeit als eine Tugend an: "Bester Beweis einer guten Erziehung ist die Pünktlichkeit." Foto Hiekel/dpa

Die einen lassen sich treiben…

In der Psychologie unterscheidet man zwei menschliche Zeit-Typen: die In-timer und die Through-timer. Vorstellen muss man sich das in etwa so: Die In-timer leben (bildlich gesprochen) „in“ der Zeit und können daher nicht die gesamte Zeitlinie überblicken. Das sind eher Personen, die in der Gegenwart leben und sich treiben lassen. Pläne sind für sie unwichtig und ihnen fehlt der große Überblick – meist wirken sie etwas chaotisch. Pünktlichkeit ist eine ihrer Schwächen, dafür sind sie zeitlich flexibel und gelten als kreative Köpfe.

…die anderen machen Pläne

Die Through-timer dagegen blicken von außen auf ihre Zeitlinie. Dadurch überschauen sie größere Zeitspannen, die nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit und die Zukunft umfassen. Geordnete Strukturen und genaue Zeitpläne über Tage und Wochen sind diesen Menschen sehr wichtig, sie sind verlässlich, organisiert und lieben feste Rituale. Sie arbeiten höchst effizient, aber weniger flexibel als die In-timer. Und natürlich hassen sie nichts mehr als Unpünktlichkeit.

Oscar Wilde
Der irische Schriftsteller Oscar Wilde gehörte wohl eher zu den In-timern - nicht zuletzt wegen dieses Zitats: "Pünktlichkeit stiehlt uns die beste Zeit." Foto dpa

Die Planer sind in der Überzahl

Es überrascht nicht, dass es in unser westlichen just-in-time-Gesellschaft deutlich mehr Through- als In-timer gibt. Das Verhältnis soll bei 50:3 liegen. Entscheidend aber ist: Egal in welchem dieser Zeit-Typen Sie sich nun eher wiederfinden: Keiner der beiden Typen ist „besser“.

Man sollte wissen, wie man tickt

Natürlich ist es bei den meisten Verabredungen sinn- und taktvoll, auch pünktlich zu sein. Wichtig ist aber auch, sich seiner eigenen natürlichen Veranlagung bewusst zu sein – und sich nicht zu sehr in ein zeitliches Korsett zwängen zu lassen.