Balotelli beklagt Affenlaute auf Korsika

Eine neue Rassismus-Affäre überschattet wieder den Profi-Fußball: Der italienische Stürmerstar Mario Balotelli ist nach eigenen Angaben am Freitagabend im Auswärtsspiel seines Vereins OGC Nizza beim SC Bastia (1:1) rassistisch beleidigt worden. Die Heimfans hätten Affenlaute nachgeahmt und niemand habe etwas dagegen getan, klagte Balotelli auf Instagram und Twitter nach dem Gastspiel des Tabellenführers der französischen Ligue 1 auf Korsika.

Untersuchung eingeleitet

Die französische Profiliga LFP teilte nach der Beschwerde des Fußballers mit, sie bedauere den Zwischenfall. Die Disziplinar-Komission werde eine Untersuchung einleiten und dazu unter anderem die Berichte der Offiziellen sowie Informationen der Clubs prüfen. Was im Stadion Armand Cesari vor 10 000 Zuschauern passiert sei, sei eine „wirkliche Schande“, klagte Balotelli in den sozialen Netzwerken. Ob er oder ein Kollege Schiedsrichter Clement Turpin vom Zwischenfall in Kenntnis gesetzt habe, teilte der Spieler nicht mit. Der Unparteiische kann in so einem Fall das Spiel zeitweise unterbrechen und bei Wiederholung ganz abbrechen.

„Frage an die Franzosen“

„Ich habe eine Frage an die Franzosen: Ist es normal, dass Bastia-Anhänger das gesamte Spiel über Affenlaute machen und ‚Uh, uh‘ schreien und niemand von der Disziplinarkommission etwas sagt?“, hatte der 26 Jahre alte Profi vor der Reaktion der LFP gepostet.

Mannschaftsbus attackiert

Balotelli fragte provokativ: „Ist also Rassismus in Frankreich legal? Oder nur in Bastia?“ Fußball sei ein toller Sport, aber „solche Leute wie in Bastia machen ihn schrecklich“, klagte der Mann, der als Sohn ghanaischer Einwanderer in Palermo auf Sizilien geboren wurde. Der OGC veröffentlichte die Klage Balotellis auf der Club-Homepage und teilte mit, man sei „empört“. Bastia-Fans hätten auch den Mannschaftsbus von Nizza mit Steinen attackiert, hieß es.