Neymars WM-Bilanz: Ein ramponierter Ruf als Schwalbenkönig und Theaterspieler

Zum zweiten Mal ist sein Traum vom WM-Pokal vorzeitig geplatzt, zum zweiten Mal hatte eine Verletzung Anteil dran. Nur diesmal hat der 222-Millionen-Mann vor aller Welt auch noch seinen Ruf ramponiert. Von dieser WM wird nämlich Superstar Neymar, der Schwalbenkönig, in Erinnerung bleiben. Der Schauspieler. Der Dauer-Lamentierer mit der albernen Spaghetti-Frisur. Und nicht der Ausnahme-Fußballer, der seine Fähigkeiten zumindest angedeutet hat.

Zwei Tore, zwei Vorlagen in fünf Spielen – das ist erst einmal keine schlechte Bilanz für einen Spieler, der die letzten drei Monate vor dem Turnier verletzt war. Bei der WM vor vier Jahren im eigenen Land hatte sich Neymar einen Lendenwirbelbruch zugezogen und das 1:7-Debakel im Halbfinale gegen Deutschland hilflos als Zuschauer verfolgen müssen.

Neymar versucht, Elfmeter zu schinden

Doch auch gegen Belgien versuchte Neymar in zwei Fällen auf peinliche Art und Weise, einen Elfmeter zu schinden. Immerhin plagte ihn nach dem ersten Versuch das schlechte Gewissen, als er Schiedsrichter Milorad Mazic bat, nicht die Video-Assistenten um Felix Zwayer und Mark Borsch zu befragen. Sonst hätte ihm eine zweite Gelbe Karte gedroht und eine Sperre im möglichen Halbfinale. Trotz des schnellen Aufspringens in dieser Szene: Zu den 14 Minuten, die er schon in den ersten vier Spielen laut Berechnungen des Schweizer Nachrichtenportals RTS auf dem Boden liegend verbracht hatte, kam nochmal ein bisschen was dazu.

Spott in den sozialen Medien

In den sozialen Medien wird der teuerste Fußballer der Welt seit Tagen verspottet. In zahlreichen Videos wurde sein theatralisches Rollen aus dem Spiel in Mexiko eingebaut. Im neusten rollt er auf dem Gepäckband nach Hause. In der Schweiz übten die Nachwuchskicker des FC Widnau im Training Neymar-Schwalben. Die Satire-Seite „Der Postillon“ kündigte an, das Spiel gegen Belgien werde wegen Neymars Theater-Einlagen auf Arte gezeigt. Worauf der Kultursender antwortete, extra dafür die Tierdoku „Die schönsten Schwalben Russlands“ aus dem Programm zu nehmen.