Spieler und Zuschauer prügeln sich in der Kreisklasse Stade

Unglaubliche Szenen spielten sich am Wochenende beim Spiel Schwinger SC gegen den TSV Wiepenkathen II in der 1. Kreisklasse Stade ab. Kurz vor dem Ende wurde die Partie beim Stande von 2:1 für die Gastgeber vom Schiedsrichter abgebrochen, da Zuschauer den Platz stürmten. Spieler und Zuschauer gingen aufeinander los, die Polizei rückte an.

Schubsereien

Der Vorsitzende des Schwinger SC, Heinz Stüben, war dabei, als die Tumulte ausbrachen. Es war kurz vor dem Abpfiff und Schwinge führte 2:1. Stüben spricht von „Schubsereien im Strafraum“. Erst zwischen dem Schwinger Torwart und Wiepenkathener Spielern. Dann kamen Zuschauer aus Wiepenkathen dazu. „Erst vier Leute, dann waren es 30“, sagt Stüben. Der Torwart habe einen Schlag ins Genick bekommen. Ein Video, das in den sozialen Netzwerken kursierte, zeigt die Szenerie. Dort wurde es inzwischen gelöscht, es existiert aber noch ein Screenshot (siehe Foto)

Platzwunde

Ein Auswechselspieler musste mit einer Platzwunde über dem Auge ins Krankenhaus. Ein Mann hatte eine aufgeplatzte Oberlippe, beschreibt Stüben. Der Vereinschef beobachtete die Jagd auf einen 18-jährigen schwarzen Spieler aus Schwinge. Stüben sagt, er stehe seit 53 Jahren auf dem Sportplatz. Aber solche Szenen habe er noch nie gesehen. „Das macht nachdenklich.“ Die Polizei rückte mit drei Streifenwagen an. Nach Angaben von Polizeisprecher Rainer Bohmbach, haben die Beamten drei Anzeigen wegen Körperverletzung und eine Anzeige wegen einer Bedrohung aufgenommen.

Sportgericht ermittelt

Heinz Stübens Sohn Daniel ist Fußball-Obmann und Betreuer beim TSV Wiepenkathen. Er beschreibt die Geschehnisse ähnlich wie sein Vater. „Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren kann.“. Der Wiepenkathener Obmann kritisiert das Verhalten der TSV-Fans, die auf das Spielfeld gelaufen waren, scharf. „Der Verein distanziert sich davon“, sagt Daniel Stüben. Die Tumulte in Schwinge werden mindestens das Sportgericht des Fußballkreises Stade beschäftigen. (FuPa)