Paris-Attentäter hatte Kernforschungszentrum im Visier

In der Wohnung von Paris-Attentäter Salah Abdeslam sollen Artikel zum Kernforschungszentrum in Jülich gefunden worden sein – und Fotos von deren Vorstandschef. Der Verfassungsschutz weist entsprechende Medienberichte zurück.

Verfassungsschutz: Wir haben keine Erkenntnisse

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse darüber, dass in der Wohnung des mutmaßlichen Paris-Attentäters Salah Abdeslam Unterlagen über das frühere Kernforschungszentrum Jülich gefunden wurden. Das sagte ein Sprecher am Donnerstag in Berlin. Der Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen habe in dieser Angelegenheit keine Gespräche mit Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums geführt.

Ein Zwischenlager gehört auch zur Forschungsanlage

Die Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND) hatten zuvor berichtet, Maaßen habe mehrere Mitglieder des streng vertraulich tagenden Parlamentarischen Kontrollgremiums des Deutschen Bundestages darüber unterrichtet. Demnach sollten ausgedruckte Internet-Artikel über die ehemalige Kernforschungsanlage und Fotos von Vorstandschef Wolfgang Marquardt gefunden worden sein, der das heutige Forschungszentrum leitet. Zur Anlage gehört auch ein Zwischenlager mit Atommüll.