So reagiert das Netz auf die Anschläge in Brüssel

Auf die Welle des Terrors folgt die Welle der Solidarität in den Sozialen Netzwerken. Auf Twitter und Facebook verbreiten sich nicht nur die Nachrichten über die Anschläge in unglaublichem Tempo. Auch die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten – und sorgen für neue Kontroversen.

Kurz nachdem die Bomben am Flughafen in Brüssel explodiert waren, kursierten schon die ersten Videos im Netz. Auf Twitter war das zerstörte Flughafengebäude zu sehen – Menschen flüchten in Panik. Eine Twitter-Nutzerin hatte die verstörende Szene gefilmt und nur Minuten später ins Netz gestellt:

Auch aus dem U-Bahn-Schacht unweit der Metro-Station Maelbeek im EU-Viertel sind verstörende Videos über Twitter in Netz gelangt:

Nach den Nachrichten und Videos verbreiteten sich die Reaktionen.

Viele Karikaturisten drückten ihr Mitgefühl mit aktuellen Zeichnungen aus. Der Karikaturist Vladdo zeichnete Tim und Struppi, die in der Zeitung von den Anschlägen erfahren. Tim hat eine Träne im Auge und ruft „Mon Dieu…!“ (Mein Gott!). Die bekannten Figuren stammen aus der Feder des belgischen Comiczeichners Hergé.

Jean Plantureux, der unter dem Künstlernamen Plantu auch für die französische Zeitung Le Monde arbeitet, illustrierte den Zusammenhalt von Frankreich und Belgien nach den Terrorakten.

Kritisch blickte der politische Karikaturist Carlos Latuff auf das Thema. Er zeigte, wie ein Terrorist mit einem Sprengstoffgürtel auf der Rolltreppe Richtung Flughafen fährt. Ihm entgegen kommen schwer bewaffnete Polizisten. Sie sind auf der Rolltreppe auf dem Weg zur Moschee – bemerken den Terroristen aber nicht.

Einige Belgier reagierten mit Schwarzem Humor. So zeigten Tweets eine Portion belgische Pommes frites, die den Stinkefinger zeigen.

Auch das Wahrzeichen Brüssels, das Manneken Pis, wurde hundertfach als Reaktion auf den Terror geteilt. So ist es zu sehen, wie es auf eine Kalaschnikow oder in das Gesicht eines Terroristen pinkelt.

Bilder von Wahrzeichen aus anderen Städten in den belgischen Nationalfarben gingen um die Welt:

Auch viele Politiker meldeten sich, teils direkt aus dem EU-Viertel, zu Wort.

Für besonders kritische Reaktionen sorgte ein Post der AFD-Politikerin Beatrix von Storch. Sie schickte „viele Grüße aus Brüssel“ und spielte mit den Worten „Hat aber alles nix mit nix zu tun“ auf die Flüchtlingskrise an.