Urlaub 2016: Reisebranche spürt Terror-Folgen

Die Angst vor Terror und die Flüchtlingskrise belasten die deutsche Reisebranche. „Insgesamt liegt der deutsche Reisemarkt im Minus bei den Buchungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum“, sagte Tui-Deutschland-Geschäftsführer Oliver Dörschuck der „Welt am Sonntag“ kurz vor der weltgrößten Reisemesse ITB, die am Mittwoch in Berlin beginnt. „Das liegt vor allen Dingen an einer schwächeren Nachfrage in Länden wie der Türkei, Ägypten und auch Tunesien. Spanien, Portugal, Italien und Kroatien wachsen hingegen überproportional.“

Die Anschläge in Paris und Istanbul haben die Urlauber verunsichert

Auch der Konkurrent Thomas Cook sieht Folgen der jüngsten Attentate. „Die Anschläge in Paris und Istanbul mitten in der Hauptbuchungsphase haben die Menschen zweifellos verunsichert“, sagte Thomas-Cook-Deutschlandchefin Stefanie Berk. Zugleich betonte sie: „Aber bei uns ziehen die Buchungen inzwischen wieder an.“

Michael Frenzel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft, rechnet nicht mit lang anhaltenden negative Folgen des Attentats in Istanbul im Januar. „Ich glaube, dass sich der Tourismus in der Türkei schnell wieder erholen wird. So wie wir das ja schon von früheren Vorfällen kennen“, sagte er dem am Montag erscheinenden „Tagesspiegel“.

Reisebranche hofft auf das Greifen der Sicherheitsmaßnahmen in Urlaubsregionen

„Zunächst verlagern sich die Urlauberströme stärker ins westliche Mittelmeer, dann schlägt das Pendel aber auch wieder zurück, vorausgesetzt die Sicherheitsmaßnahmen greifen.“ Dies sei sehr wichtig, da den Kunden Sicherheit heute viel wichtiger als früher sei. Wie sich der Anschlag in Istanbul konkret auf die Sommer-Saison auswirken wird, könne man erst in einigen Wochen sagen. „Die Buchungszeit hat ja gerade erst begonnen“, sagte Frenzel.

Grundsätzlich ließen sich die Menschen nicht dauerhaft vom Reisen abhalten. „Die Briten und Iren kommen häufig schon nach zwei, drei Monaten zurück, die Deutschen brauchen etwas länger.“

Christoph Willenbrink

Christoph Willenbrink

zeige alle Beiträge

Christoph Willenbrink, Jahrgang 1963, geboren in Beckum/Westfalen, seit der Jahrtausendwende bei der NORDSEE-ZEITUNG als Nachrichtenchef, seit 2006 auch als stellvertretender Chefredakteur. Seine journalistische Schwerpunkte im Alltag sind die Innen- und Sozialpolitik sowie Wirtschaft und die Koordination der regionalen Themen.