Der Briefkasten trotzt der Digitalisierung

Der Briefkasten feiert eine Art Renaissance. Auch in Zeiten mobiler Kommunikation behauptet der Klassiker seinen Platz im öffentlichen Raum. Anders als einst die Telefonzelle beim Vordringen des Handys nimmt ihre Zahl nicht ab, sondern sogar noch zu.

2000 Briefkästen mehr als vor zehn Jahren

„110.000 Briefkästen sind derzeit in Deutschland von der Deutschen Post für die Nutzung der Kunden verfügbar, somit etwa 2000 mehr als vor zehn Jahren“, erklärt Jens-Uwe Hogardt von der Deutschen Post. Ein Grund: In bewohnten Gebieten muss ein Briefkästen in einer Distanz von nicht mehr als tausend Meter Fußweg erreichbar sein. Zudem fällt der jährliche Rückgang der Briefsendungen zwar stetig, aber doch eher moderat aus.

Immer weniger Menschen schreiben auf Papier

„Die Menge nimmt zwar jedes Jahr leicht ab, es wird aber noch immer fleißig geschrieben“, sagt der Postsprecher. Dabei ist die einst so wichtige Briefzustellung heute eigentlich nur noch eine kleine, unbedeutende Sparte; denn in den Zeiten schneller, digitaler Kurznachrichten schreiben immer weniger Menschen auf Papier. Die Post reagierte schon mit einer Einschränkung ihrer sonntäglichen Leerung.

19,3 Milliarden Sendungen landen im Briefkasten

Im Vorjahr beförderte sie über alle Produktarten hinweg 19,3 Milliarden Briefsendungen – täglich etwa 61 Millionen Sendungen im Briefbereich. Darin enthalten sind Briefe, Karten, Büchersendungen, Werbe- und Presseerzeugnisse. Eine Karte mit Briefmarke und Stempel gilt auch in Zeiten von Facebook, Twitter oder WhatsApp als weitgehend unwiderlegbarer Beweis der Anwesenheit an einem bestimmten Ort. (dpa)