Hunderttausende Autos von Rückruf-Aktionen betroffen

Für Autofahrer ein großes Ärgernis, für die Hersteller eine Peinlichkeit: Auch im vergangenen Jahr mussten wieder Hunderttausende Autos in die Werkstätten beordert werden – wegen defekter Airbags, fehlerhafter Keilriemen, Materialermüdung bei den Gurten oder beschädigter Bremsschläuche. Und offenkundig werden es immer mehr. Die Rückruf-Zahlen belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Autos.

Von fehlerhaften Airbags bis zu Softwareproblemen

Die Liste der Mängel ist lang, die das Bundesverkehrsministerium jetzt in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen veröffentlicht hat. Insgesamt waren im Jahr 2015 rund 1,5 Millionen Autos von Rückruf-Aktionen betroffen. Rechnet man Motorräder, LKW und Wohnmobile noch hinzu, sind es fast 1,7 Millionen Fahrzeuge gewesen – demgegenüber waren es laut Regierung in 2014 rund 1,4 Millionen, in 2013 nur rund 770 000. Laut Kraftfahrtbundesamt musste zum Beispiel BMW über 400 000 Autos zurückrufen, vor allem wegen Schwierigkeiten mit dem Beifahrerairbag.

Auch Motorräder von Rückruf-Aktion betroffen

Auch rund 73 000 BMW-Motorräder wurden in die Werkstätten gerufen, insbesondere, weil sich das Hinterrad hätte lösen können. Opel ließ 370 000 Autos überprüfen, unter anderem auf Softwarefehler und die Gefahr des Herabfallens einer geöffneten Heckklappe. Honda zog bei knapp 200 000 Autos die Notbremse, Toyota bei 60 000 Fahrzeugen. Der vom Abgasskandal erschütterte VW-Konzern rief insgesamt rund 30 000 Autos in die Werkstätten – laut Ministerium 8543 allein deshalb, weil die Abgaswerte nicht eingehalten wurden. Von den bekannteren Automarken verzeichnen vergleichsweise geringe Rückrufzahlen unter anderem Skoda, Peugeot und Citroen.“ (rn)