Verbraucherschützer kritisieren Vergleichsportale

Welcher Flug ist am günstigsten? Wo gibt es den billigsten Strom? Preis-Vergleichsportale versprechen Verbrauchern Durchblick durch den Tarifdschungel der Anbieter. In Wahrheit sorgen sie nach Einschätzung der Verbraucherzentralen oft für mehr Durcheinander.

Nicht immer der günstigste Preis

Zum Teil fanden Verbraucherschützer auf Internetseiten der Anbieter günstigere Preise als über die Portale. Das gilt besonders für Handy- und Online-Tarife: Dort war eine Hälfte der auf den Portalen angezeigten Preise höher als bei einem Vertragsabschluss auf Seiten der Anbieter, die andere Hälfte war günstiger. Auch bei Flugpreisen schnitten die Portale schlecht ab: „Zu Beginn liegen die meisten angezeigten Preise unterhalb der Anbieterpreise“, stellten die Verbraucherschützer fest. Im Laufe des Buchungsprozesses wurden die Preise aber immer höher und nach der Wahl des Zahlungsmittels lagen sie auf den Vergleichsportalen meist sogar über denen der Anbieter.

„Vergleichsportale sollen Provisionen offenlegen“

Fast drei Viertel der Verbraucher informieren sich nach Angaben der Verbraucherzentralen auf Vergleichsportalen über Preise von Waren und Dienstleistungen. Denn bei vielen Kunden genössen die Portale eine höhere Glaubwürdigkeit als die Anbieter. Künftig würden die Portale aber voraussichtlich darauf hinweisen müssen, dass sie als Makler tätig sind: In einem Musterprozess von Versicherungsvertretern gegen Check24 sah das Landgericht München in diesem Punkt Handlungsbedarf. Die Verbraucherschützer fordern unterdessen mehr Transparenz. Die Portale müssten ihre Provisionen offenlegen. Zudem sollten sie klarstellen, von welchem Unternehmen sie betrieben werden und welche anderen Vergleichsportale diesem gehören. (dpa)