Wie dieser Werder-Fan dem Tod in letzter Sekunde von der Schippe sprang

Echte Bremer Gesichter stecken hinter der aktuellen Kampagne der AOK Bremen/Bremerhaven. Sie erzählen von Erlebnissen und Geschichten mit der Gesundheitskasse. Auch Uwe Kühle ist überzeugt: „Ihr könnt das, AOK!

Eingefleischter Werder-Bremen-Fan

Uwe Kühle ist Werderaner. Durch und durch. In seiner Erinnerung hat es nie einen anderen Verein gegeben, seit er als Steppke zum ersten Mal mit ins Stadion durfte. „Ich habe auf einer Bierkiste gestanden, um alles mitzubekommen“, erinnert er sich an damals, und seine Augen leuchten, als wäre er gerade erst aus dem Stadion gekommen. Er trägt nicht Prada, sondern Werder. Jahrelang engagierte er sich im Fanclub, war bei seinem Lieblingsverein bald eine bekannte Größe.

Hobby zum Beruf gemacht

Als Werder Bremen die Fan Service GmbH gründete und ihm dort einen Job anbot, überlegte der bärtige Hüne nicht lange und ließ seinen Job als Hochbaufacharbeiter sofort sausen. Jahrelang hatte er sich ehrenamtlich im Fan-Club engagiert. „Nun konnte ich mein Hobby zum Beruf machen“, erinnert er sich. Seitdem kümmert sich Kühle um den Verkauf von Fanartikeln.

Bei jeder Auswärtsfahrt dabei

Während er in Bremen dabei gar nicht in Erscheinung tritt, steht er bei Auswärtsspielen in erster Reihe. Er fährt das Werder-Fanmobil und bringt Merchandising-Produkte an den Fan. „Das lass ich mir nicht nehmen“, erzählt er mit breitem Grinsen. Bis heute habe er den Jobwechsel keinen einzigen Tag bereut er, versichert er. „Ich habe jede Menge Lebensfreude gesammelt und viele Menschen kennengelernt.“

60 Zigaretten am Tag geraucht

Am 1. Dezember 2007 wäre es damit beinahe auf einen Schlag vorbei gewesen. Schon seit längerem hatte Kühle ein komisches Gefühl in der Hand und war damit auch schon bei einem Arzt vorstellig geworden. Doch der Befund war tadellos, also machte er weiter wie bisher. Und er rauchte auch weiter wie bisher. 60 Zigaretten pro Tag.

Im Werder-Trikot auf OP-Tisch

Am Abend des 1. Dezember sollte Werder gegen Hamburg spielen. Kühle freute sich schon. Und dann kam es wieder, dieses Kribbeln in der Hand. Dass er nicht zögerte, sondern statt des Stadions sofort das Krankenhaus ansteuerte, war sein Glück. Noch auf der Untersuchungsliege erlitt er einen Hinterwandinfarkt.  Die Ärzte legten ihm einen Defibrillator an und fuhren ihn schnurstracks zum Klinikum Links der Weser, wo er sich kurz danach im Werder-Dress auf dem OP-Tisch wiederfand. „Der Arzt hat mich dann gefragt, ob ich Werder-Fan sei“, erinnert sich Kühle und lacht noch heute. „Und ob ich die Fußballübertragung hören wollte. Na klar wollte ich das.“

Derby-Sieg im Krankenhaus miterlebt

Nach dem Ausgleich von Rafael van der Vaart  stürmte die Werder-Elf erneut aufs Tor der Hamburger. Als Petri Pasanen den Siegestreffer setzte, konnte das Herzblut des Werder-Fans wieder ungehindert fließen. Die Ärzte hatten ihm zwei Stents gesetzt.

Knapp drei Wochen auf der Intensivstation

So gut seine Erinnerung an die Operationen sind, von der Zeit danach weiß Kühle nichts. „Ich soll Kammerflimmern gehabt haben und fast drei Wochen auf der Intensivstation gelegen haben.“ Die Ärzte hätten ihm später erzählt, dass er nicht einen Schutzengel gehabt habe, sondern tausend.

Großer Dank gilt der AOK

Direkt nach dem Krankenhaus ging es für Kühle zur Reha. „Die von der AOK haben bis fünf Jahre nach dem Infarkt regelmäßig angerufen und nachgehakt, ob alles in Ordnung sei – mit mir, mit den Ärzten und mit der Reha“, berichtet Kühle. Die AOK habe viel mehr gemacht, als er von einer Krankenkasse jemals erwartet habe. Daher sage er heute voll überzeugt: Ihr könnt das, AOK!“

Als Nichtraucher zurück im Job

Längst ist Kühle wieder im Job. Er liebt ihn nach wie vor. „Man hat Kontakt zu allen Offiziellen, zu Journalisten, zu Spielern und den Fans.“ Auch bei Auswärtsspielen ist er weiter mit dabei. Ohne Zigaretten übrigens, das Rauchen hat er auf Empfehlung seines Arztes aufgegeben. „Er hat mir gesagt, einen Monat später hätte er nur noch meinen Totenschein unterschreiben können.“