Darum hat Florian Kohfeldt seine Kritiker restlos überzeugt

Auf die möglichen Mallorca-Pläne seiner Spieler reagierte Florian Kohfeldt ganz entspannt. „Ich habe drei Tage freigegeben, da habe ich keine Weisungsbefugnis mehr“, sagte der Erfolgscoach von Werder Bremen nach dem 2:1-Saisonausklang beim FSV Mainz 05 – und grinste dabei über das ganze Gesicht.

Ehrgeiz, Eloquenz und Disziplin

Zur Belohnung für seine überaus gelungene Debütsaison als Proficoach durfte Kohfeldt am Sonnabendabend im ZDF-Sportstudio Platz nehmen – und verdeutlichte dort, mit welchen Tugenden er die Hanseaten aus dem Tabellenkeller zur Rettung geführt hat: Ehrgeiz, Eloquenz und Disziplin.

Defensive stabilisiert

Die große Feierei überlässt er gerne seinen Spielern. „Wir werden schon auch irgendwas finden, wo wir mal ein Bier trinken“, sagte der 35-Jährige. Kohfeldt hat zwei Dinge in Bremen in dieser Spielzeit drastisch geändert. Als er von Alexander Nouri übernahm, hatte Werder keinen Sieg vorzuweisen – danach folgte Erfolg auf Erfolg. Zudem stabilisierte er vor allem die Defensive. Anstatt von weit über 60 Gegentoren wie in den vergangenen fünf Spielzeiten gab es in diesem Jahr nur 40.

Kohfeldt ist stolz

„Wir haben eine sehr gute Rückrunde gespielt und starke 27 Punkte geholt. Klar, uns fehlte hin und wieder die Konstanz, aber gerade die letzte Phase macht mich sehr stolz“, befand Kohfeldt. Der Schlussakt in Mainz, bei dem Florian Kainz (23. Minute) und Theodor Gebre Selassie (79.) die Gastgeberführung durch Jean-Philippe Gbamin (12.) drehten, war da ein schöner Schlusspunkt. „Diese Mentalität wurde in den letzten Wochen immer wieder gepredigt. Wir wollen auch in der nächsten Saison weiter ehrgeizig sein“, sagte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann.

Die Spieler sind vom Trainer überzeugt

In Bremen hat sich Kohfeldt, früher Torwart, den vollen Respekt erarbeitet. In dem bis 2021 laufenden Vertrag gibt es keine Ausstiegsklausel, wie der Trainer jüngst verriet. Selbst bekannte Spieler, die sich nach Viktor Skripnik und Nouri einen prominenteren Namen wünschten, sind inzwischen restlos überzeugt. „Nachdem uns gesagt wurde, dass er erstmal übernimmt, sagt man auch nicht gleich Hurra Hurra. Wir wollten auch jemand haben, der ein bisschen Erfahrung hat. Er hat uns zum Glück eines Besseren belehrt und deswegen bin ich froh, dass der Verein so entschieden hat“, sagte Torjäger Max Kruse im ZDF. Gewissermaßen wurde der Stürmer als das Gesicht Werders abgelöst – vom Erfolgscoach.

Zlatko Junuzovic wechselt zu RB Salzburg

Nicht mehr in Kohfeldts Kader stehen wird in der kommenden Saison Zlatko Junuzovic. Der Österreicher hat seinen Vertrag in Bremen nicht verlängert und sich bereits in der Vorwoche von den Fans verabschiedet. Seit Sonntag steht fest, dass der 30-Jährige zu RB Salzburg wechselt. „Ich will maximalen Erfolg! Wir werden versuchen, wieder in jedem Bewerb das Beste herauszuholen“, kündigte Junuzovic nun mit Blick auf seine neue Aufgabe an. Dafür steht in Bremen allen voran Kohfeldt. (dpa)