Ex-Werder-Verteidiger Sebastian Prödl freut sich auf den Boxing Day

Besinnliche Feiertage? Nicht für Fußballer in England. Die spielen, was das Zeug hält. Und Ex-Werder-Profi Sebastian Prödl will rund um Weihnachten und Silvester mit dem FC Watford endlich mal gewinnen.

Ein Mammutprogramm für Sebastian Prödl

Der Hinweis schmerzt. „Echt?“, fragt Sebastian Prödl ungläubig zurück. Die Redaktion hat den ehemaligen Werder-Profi soeben aufgeklärt, dass er noch kein Spiel am und rund um den verrückten Boxing-Day in der Premier League gewonnen hat. „Das wird sich ändern, jetzt bin ich noch motivierter“, verspricht Prödl, der seit zweieinhalb Jahren für den FC Watford verteidigt. Auf ihn wartet ein Mammutprogramm mit vier Spielen in elf Tagen – und das ohne Rücksicht auf Weihnachten und den Jahreswechsel.

Die Engländer lieben den Boxing Day

„Die englischen Fußball-Fans lieben diese Zeit“, sagt Prödl: „Und als Spieler hast du das Gefühl, die ganze Welt schaut zu.“ Das gilt ganz speziell für den 26. Dezember, also den 2. Weihnachtstag, der auf der Insel Boxing Day genannt wird. Geschenkschachteltag heißt das übersetzt. Früher wurden da Bedienstete von ihren Chefs beschenkt, heute ist es vor allem ein verkaufsoffener Feiertag mit großen Rabattschlachten. „Da geht es in der Stadt richtig rund“, berichtet Prödl.

Die Familie kommt aus Österreich angereist

 Der Österreicher kennt das allerdings nur vom Hörensagen, denn der 30-Jährige steht an diesem Tag auf dem Rasen. Die Premier League lässt schon ab mittags spielen – und das bis in den Abend hinein. Prödls FC Watford empfängt Leicester City: „Ein Heimspiel ist dann natürlich super.“ Nicht nur wegen der eigenen Fans, sondern auch wegen der Familie. Die kommt zu Weihnachten zahlreich aus Österreich angereist und hat dank des Heimspiels in London, wo der FC Watford beheimatet ist, etwas mehr von ihrem Sebastian.

Ein Plastikbaum kommt Sebastian Prödl nicht ins Haus

Heiligabend wird natürlich trainiert, am ersten Weihnachtstag ebenso. „Dazwischen hoffe ich schon auf ein paar besinnliche Stunden mit meiner Freundin und meiner Familie“, sagt Prödl. Damit sich alle wohlfühlen, hat er selbstverständlich einen Weihnachtsbaum besorgt. „Natürlich einen echten. Ich brauche diesen Duft. Und wir sind eine Tischler-Familie, da kann ich ja keinen Plastikbaum aufstellen.“ Prödl lacht. Weihnachten macht ihm doppelt Spaß: Viel Fußball, viel Familie – das passt.

An Heiligabend gibt es Tafelspitz

Nur beim Essen wird es etwas schwierig. „Da musst du als Profi schon einen Spagat hinkriegen“, gesteht Prödl. Er freut sich auf das Tafelspitz seiner Mutter an Heiligabend. „Das schmeckt super, aber zu viel darf ich auch nicht schlemmen.“ Schließlich ist das nächste Spiel am 2. Weihnachtstag schon in Sichtweite.