Präparator aus Münster hilft in Butjadingen bei neuer Dauerausstellung

Werner Beckmann hat einen Grundsatz: Ein Präparator hat nur dann gute Arbeit geleistet, wenn der Betrachter erst auf den zweiten Blick erkennt, dass ein Tier ausgestopft oder eine Pflanze nicht ganz echt ist. Das gilt auch für das aktuelle Projekt des 65-Jährigen. Er hilft in Fedderwardersiel dabei, die neue Dauerausstellung vorzubereiten.

In Münsteraner Museum als Chef-Präparator gearbeitet

Der wortgewandte, einfallsreiche Westfale, der im Laufe seines Lebens schon Tausenden toten Tieren neues Leben einhauchte, hat jahrzehntelang im Museum für Naturkunde in Münster gearbeitet, zuletzt als Chef-Präparator. Seit dem Frühjahr ist er Rentner – und hat somit genügend Zeit, um im Nationalparkhaus Museum Fedderwardersiel mitzuhelfen.

Alle zwei Wochen in Fedderwardersiel zu Gast

Anfang Mai soll in dem Museum alles fertig sein. Bis dahin will Werner Beckmann im zweiwöchentlichen Rhythmus nach Butjadingen kommen, um jeweils von Montag bis Freitag seine Arbeit zu verrichten. Als Werkstatt dient dem Münsteraner ein Wohncontainer, der auf dem Museumsgelände steht.

Präparator soll zwei Seehunde ausstopfen

Zurzeit ist Werner Beckmann dabei, das neue Salzwiesen-Diorama vorzubereiten. Doch die größte Herausforderung steht ihm noch bevor. Der 65-Jährige soll für die neue Dauerausstellung zwei verstorbene Seehunde präparieren. Damit wird er wohl im Dezember anfangen.

„Das funktioniert so ähnlich wie bei einem Kissen“

Um zu erklären, wie er ein Tier konserviert, zieht Werner Beckmann gern einen Vergleich. „Man muss sich das wie bei einem Kissen vorstellen. Der Kissenbezug bleibt erhalten. Nur das Kissen wird ausgetauscht.“ Wichtig sei, dass man sich eingehend mit der Anatomie der Tiere befasst, bevor man sie mit Holzwolle oder anderen Materialien füllt.

Timo Kühnemuth

Timo Kühnemuth

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Timo Kühnemuth ist gebürtiger Ostfriese und hat in Oldenburg Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Danach absolvierte er bei der Kreiszeitung Wesermarsch sein Volontariat. Von 2006 bis 2010 arbeitete er als Redakteur bei Zeitungen in Buxtehude und Delmenhorst. Seit April 2010 ist er wieder für die Kreiszeitung Wesermarsch im Einsatz.