Wesermarsch: Dicke Luft um mögliche Diesel-Verbote

Das Bundesverfassungsgericht hat geurteilt, dass Diesel-Fahrverbote prinzipiell möglich sind. Doch wo wird es ein Verbot geben – und in welchem Umfang? Sind Ausnahmeregelungen geplant? Fragen über Fragen. Das sorgt bei vielen für Verunsicherung. Autohändler, Taxifahrer und das Handwerk raten zu Besonnenheit.

Vor allem ältere Kunden sind verunsichert

„Es sind vor allem ältere Kunden, die wegen der Berichte über drohende Fahrverbote beunruhigt sind“, sagt Björn Müller, Geschäftsführer des Autohauses Gebrüder Müller in Friedrich-August-Hütte. In jüngster Zeit habe es eine Reihe von Autobesitzern gegeben, die ihr älteres Dieselfahrzeug gegen einen Neuwagen umtauschen wollten, vorzugsweise gegen einen Benziner.

Noch viele offene Fragen

„Da wird viel Panik gemacht“, sagt Sven Placküter, Obermeister der Kfz-Innung. Er selbst habe noch kein älteres Dieselfahrzeug nachgerüstet. Es gebe zu viele offene Fragen. Zum Beispiel sei unklar, wer für die Kosten der Nachrüstung aufkommt. Bis das geklärt ist, sollte man zunächst einmal abwarten, rät Sven Placküter.

„Ausnahmen erforderlich“

Falls es irgendwann Diesel-Fahrverbote in Städten wie Oldenburg, Bremen oder Hamburg geben sollte, wären Handwerksbetriebe besonders davon betroffen. Die Kreishandwerkerschaft drängt deshalb darauf, dass es im Fall von Fahrverboten Ausnahmegenehmigungen für die betroffenen Betriebe geben wird.

Taxi-Firmen bevorzugen Diesel-Fahrzeuge

Von Fahrverboten wäre auch die Taxi-Branche betroffen. „Ich habe drei Fahrzeuge, die fahren alle mit Diesel“, sagt Rüdiger Plump, Taxi-Unternehmer aus Abbehausen. Die meisten Taxis seien mittlerweile moderne Dieselfahrzeuge. Von einem Verbot wären sie somit nicht betroffen.

Timo Kühnemuth

Timo Kühnemuth

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Timo Kühnemuth ist gebürtiger Ostfriese und hat in Oldenburg Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Danach absolvierte er bei der Kreiszeitung Wesermarsch sein Volontariat. Von 2006 bis 2010 arbeitete er als Redakteur bei Zeitungen in Buxtehude und Delmenhorst. Seit April 2010 ist er wieder für die Kreiszeitung Wesermarsch im Einsatz.