Gülle-Tanks in der Wesermarsch drohen überzulaufen

Wer derzeit über Feldwege oder entlang der Wiesenränder marschiert, bleibt schon mal bis zum Knöchel im Matsch stecken. Noch schlimmer ergeht es den Landwirten. Sie können ihre Felder und Wiesen in der Wesermarsch seit dem Spätsommer kaum noch mit Maschinen befahren. Aufgrund des Gewichts der Fahrzeuge drohen die Räder im aufgeweichten Boden zu versinken.

Negative Auswirkungen

Für die Bauern hat dies seit Wochen negative Folgen: Zum einen konnten sie ihre Flächen nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgen. Zum zweiten drohen ihre Güllelager überzulaufen. Woche um Woche hegten sie die Hoffnung, dass der Regen aufhören und der Boden trocknen würde.

Landvolk schlägt Alarm

„Deshalb sind wir tätig geworden“, sagt Manfred Ostendorf, Geschäftsführer der Landvolkverbände Wesermarsch und Ammerland: „Wir haben Ende November Alarm geschlagen.“ Der Grund: Auf vielen Höfen wird der Lagerraum für Gülle und Gärreste, den sogenannten Wirtschaftsdünger, knapp.

Neue Lagerflächen nötig

Durch die extrem häufigen Niederschläge konnten die Betriebe ihren Wirtschaftsdünger nicht auf ihren Wiesen, Weiden und Feldern ausbringen. Auf vielen Höfen sind die Güllelager dadurch so gut wie voll. Die Landwirte müssen neue Lagerkapazitäten finden. „Wir haben eine Umfrage unter den Bauern laufen, wer noch nutzbare Behälter anbieten kann“, berichtet Manfred Ostendorf.

Sperrfrist kommt hinzu

Laut den festgelegten Sperrfristen dürfen die Landwirte den Dünger erst ab Mitte Januar oder Anfang Februar wieder auf den Wiesen und Feldern ausbringen.  Zwar gibt es die Möglichkeit, mit einer Ausnahmegenehmigung diese Sperrfrist zu umgehen. Doch auch dafür sei der Untergrund noch zu nass.

Bauern müssen improvisieren

Die Landwirte müssen jetzt improvisieren: Einige bringen Gülle zu anderen Betrieben, die noch Kapazitäten haben. Andere filtern die Gülle, um so das Volumen zu verringern. Und wieder andere überlegen, eine Behelfs-Lagune für die Gülle zu errichten. Am liebsten wäre den Bauern jetzt aber eine lange Frostperiode, die die Böden gefrieren lässt.

Frank Lorenz

Frank Lorenz

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Frank Lorenz, Jahrgang 1982, stammt aus Bremerhaven und ist seit 2008 Redakteur bei der Kreiszeitung Wesermarsch. Er studierte Journalismus und Technische Kommunikation im Ruhrgebiet und volontierte bei der Nordsee-Zeitung.