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Mehr Imker, aber immer weniger Insekten in der Wesermarsch

Es ist paradox. Während es den Insekten in Deutschland immer schlechter geht und „Insektensterben“ zu den Schlagwörtern des Jahres 2017 gehörte, hat sich die Zahl der Imker in der Region in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt.

Wunsch nach einer vielfältigeren Natur

Henning Wessels, Vorsitzender des Imkervereins Jade-Weser, sieht darin den Wunsch, zu einer vielfältigeren Natur zurückzukehren. 160 Imker gehören inzwischen dem Imkerverein Jade-Weser an. Die Imker kommen aus der Wesermarsch und umliegenden Gemeinden.

Viel weniger Insekten

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Masse der Fluginsekten in Deutschland im zurückliegenden Vierteljahrhundert um 75 Prozent zurückgegangen ist. Auch in der Wesermarsch ist dieser Trend zu beobachten, wenn auch vielleicht nicht ganz so krass. „Güllen, mähen, güllen, mähen – da bleibt für Insekten nicht mehr viel“, beschreibt er den Rhythmus intensiver Grünlandwirtschaft.

Sterile Gärten

Auch in den Gärten gebe es für die Bienen und andere Insekten immer weniger zu holen, beklagt Franz-Otto Müller, Vorsitzender des Naturschutzbunds (Nabu) in der Wesermarsch. In vielen Gärten blühe es zu wenig, sie seien zu steril, bedauert er. „Mir werden zunehmend geschwächte Fledermäuse gebracht“, erläutert Franz-Otto Müller, „offensichtlich Tiere, die nicht ausreichend Nahrung gefunden haben“.

Imker fordern Blühstreifen

Der Imkerverein macht sich stark für mehr blühende Wiesen und Gärten. Für Landwirte gibt es entsprechende Förderprogramme. Einige Bauern nehmen daran teil. „Aber das müssten viel mehr Flächen sein“, fordert Henning Wessels. „Es muss in der Natur in der Vegetationsperiode kontinuierlich und vernetzt Nahrungsangebote für Insekten geben.“ Dabei sieht er auch die Städte und Gemeinde gefordert, die beispielsweise Blühstreifen anlegen könnten.