Nach dem Erzfrachter-Unfall am Blexer Anleger: Wer zahlt die Kosten für den Fährausfall?

Knapp 15 Monate ist es her, dass der Erzfrachter „Weserstahl“ den Blexer Fähranleger gerammt hat. Der Fährbetrieb musste daraufhin für rund drei Monate ruhen. Doch der Einnahmeverlust, der dadurch entstand, ist bis heute nicht beglichen.

Bekommt die Fährgesellschaft nur einen Teil des Geldes zurück?

Auch die Kosten, die für den Fährersatzverkehr angefallen sind, hat die Weserfähren-Gesellschaft noch nicht zurück. Und es kann gut sein, dass sie auf einen Teil der Kosten sitzen bleibt. So wie es aussieht, läuft es auf einen Kompromiss hinaus, hieß es jetzt während einer Sitzung des Finanzausschusses der Stadt Nordenham.

Nordenham und Bremerhaven müssen aushelfen

Die Stadt Nordenham musste jetzt 168 208 Euro zahlen, um das Eigenkapital der Fährgesellschaft aufzufüllen. Die Stadt Bremerhaven, die ebenfalls Weserfähren-Gesellschafterin ist, zahlte sogar 501 942,60 Euro, um der Gesellschaft wieder auf die Beine zu helfen.

Das vergangene Jahr mit einem dicken Minus abgeschlossen

Die Zahlungen waren notwendig, weil die Fährgesellschaft das vergangene Jahr mit einem Fehlbetrag von 148 726,60 Euro abgeschlossen hatte. Dies ist wohl vor allem auf den Fährausfall in der Zeit vom 24. Juni bis 16. September 2016 zurückzuführen.

Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen

Die Weserfähren-Gesellschaft fordert, dass der Unfallverursacher das Geld, das man jetzt vorschießen musste, zu 100 Prozent zurückzahlt. Doch ob das auch tatsächlich so kommt, ist offen. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Timo Kühnemuth

Timo Kühnemuth

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Timo Kühnemuth ist gebürtiger Ostfriese und hat in Oldenburg Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Danach absolvierte er bei der Kreiszeitung Wesermarsch sein Volontariat. Von 2006 bis 2010 arbeitete er als Redakteur bei Zeitungen in Buxtehude und Delmenhorst. Seit April 2010 ist er wieder für die Kreiszeitung Wesermarsch im Einsatz.