Nach schwerem Unfall: Straßenbaum sorgt in Nordenham für Verdruss

Kian Winkelsesser hat großes Glück gehabt. Als der damals Siebenjährige am späten Nachmittag des 16. Februar 2016 mit seinem Tretroller die Blexersander Straße überqueren wollte, wurde er von einem Auto erfasst. Er trug bei dem Zusammenstoß schwere Verletzungen davon, wurde ins künstliche Koma versetzt.

„Baum versperrt die freie Sicht“

Dass er heute wieder voll genesen ist, grenzt für seine Eltern an ein Wunder. Doch sie haben Angst, dass es an der viel befahrenen Straße erneut zu einem Unfall kommen könnte. Ein Straßenbaum versperrt ihrer Meinung nach die freie Sicht. Die Stadt sieht das aber anders.

Eiche steht in Höhe der Straße Glückauf III

Es geht um eine Eiche, die – in Höhe der Straße Glückauf III – am nördlichen Rand der Blexersander Straße gepflanzt wurde. Sie stehe so unglücklich, dass Autofahrer, die auf der Straße in Richtung B 212 unterwegs sind, keine freie Sicht auf Passanten haben, die an dieser Stelle die Fahrbahn überqueren wollen, sagt Kians Mutter, Yasemin Winkelsesser.

Eltern haben bei der Stadt einen Antrag gestellt

Zudem versperre der Baum auch ihrem Sohn den freien Blick auf vorbeifahrende Fahrzeuge. Yasemin Winkelsesser und ihr Mann Manuel haben deshalb bei der Stadt einen Antrag eingereicht, dass diese den Baum fällen möge.

„Die Einsicht wird nur leicht beeinträchtigt“

Doch die Stadt hat den Antrag abgelehnt. „Die Einsicht der Blexersander Straße in der östlichen Richtung wird zwar durch die dort stehende Eiche leicht beeinträchtigt, aber bei einem richtigen Aufstellen vor der Überquerung der Fahrbahn ist eine ausreichende Einsicht in beiden Fahrtrichtungen möglich“, teilte sie jetzt der Familie mit.

Dem Bürgermeister eine E-Mail geschrieben

Yasemin und Manuel Winkelsesser kennen diese Argumente. Sie sind dennoch der Ansicht, dass der Baum weichen muss. Sie haben sich deshalb per E-Mail an Bürgermeister Carsten Seyfarth gewandt. Sie seien gespannt auf seine Antwort. Die stehe bislang noch aus.

Timo Kühnemuth

Timo Kühnemuth

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Timo Kühnemuth ist gebürtiger Ostfriese und hat in Oldenburg Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Danach absolvierte er bei der Kreiszeitung Wesermarsch sein Volontariat. Von 2006 bis 2010 arbeitete er als Redakteur bei Zeitungen in Buxtehude und Delmenhorst. Seit April 2010 ist er wieder für die Kreiszeitung Wesermarsch im Einsatz.