Nordenham droht Ärztemangel – doch es gibt gute Ideen

Der Stadt Nordenham und der nördlichen Wesermarsch droht in wenigen Jahren ein dramatischer Ärztemangel. Diese Situation war allen Teilnehmern der Podiumsdiskussion über die Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Nordenhamer Jahnhalle bewusst. Doch neben aller Katastrophenszenarien gibt es auch gute Lösungsansätze.

Ärzteschaft ist überaltert

„In Nordenham und Butjadingen gibt es derzeit 18 Hausärzte. Deren Durchschnittsalter beträgt 59 Jahre“, sagte Helmut Scherbeitz von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Allerdings seien schon drei Fünftel der Ärzte über 60 Jahre alt. „Wir brauchen in großem Umfang neue Hausärzte im Nordenhamer Bereich.“

Provinz schreckt ab

Doch das ist nicht einfach. Zum einen, weil viele junge Akademiker nicht in der Provinz arbeiten wollen. Dann kommt hinzu, dass zwei Drittel aller Medizinstudenten weiblich sind. Und junge Frauen möchten Familie und Beruf vereinbaren, was als selbstständiger Hausarzt schwierig werden kann. Zumal es in der nördlichen Wesermarsch nur wenige andere Akademiker-Jobs gibt für die Partner der Ärzte und Ärztinnen.

Um Studenten und Abiturienten werben

Darum bemüht sich die Stadt Nordenham nun intensiv darum, für sich und ihre Möglichkeiten zu werben. Zudem kamen bei der Podiumsdiskussion Vorschläge wie eine intensivere Betreuung der Abiturienten und Medizin-Studenten. Patenschaften wurden angeregt, außerdem Kooperationen zwischen Schulen und den Kliniken und Unis. Und mit der Einrichtung von Gemeinschaftspraxen und medizinischen Versorgungszentren würden Gelegenheiten für Ärzte geschaffen, im Angestelltenverhältnis zu arbeiten, was viele wollen.

 

Frank Lorenz

Frank Lorenz

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Frank Lorenz, Jahrgang 1982, stammt aus Bremerhaven und ist seit 2008 Redakteur bei der Kreiszeitung Wesermarsch. Er studierte Journalismus und Technische Kommunikation im Ruhrgebiet und volontierte bei der Nordsee-Zeitung.