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Nutria bringt Deiche in der Wesermarsch in Gefahr

Sie wiegt bis zu 14 Kilo. Sie kommt aus Südamerika. Und sie untergräbt den Deichschutz. Die Rede ist von der Nutria. Das Nagetier macht sich nun auch in der Wesermarsch breit.

Buddeln am Deich

Das ist potenziell höchst gefährlich, auch wenn die braunen Nager mit den großen Vorderzähnen ganz putzig aussehen. Sie buddeln lange Gänge und Höhlen, gern auch in den sogenannten Deichkörper. Und sie vermehren sich ungemein schnell: Eine Nutria-Dame kann im Verlauf eines Jahres dreimal Junge werfen. Die wiederum werden binnen eines halben Jahres geschlechtsreif.

Zahl der Tiere wächst schnell

Für 2016/17 weist der Landesjagdbericht dennoch 21.866 gejagte Tiere aus – 111 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Während im Landkreis Emsland 6042 Nutrias das Leben ließen, waren es laut Landesjagdbericht in der Wesermarsch nur 13. Das klingt erst einmal nicht nach einem großen Problem.

Kontrolle behalten

Doch Burchard Wulff, Vorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes, sieht deshalb keinen Grund zur Entspannung und warnt vor Nachlässigkeit. „Die Nutria hat sich in der südlichen Wesermarsch schon ausgebreitet. 2017 wurden drei Tiere gefangen. Dieses Jahr hatten wir im Frühjahr schon 100“, sagt er. „Die Nutria zu verdrängen, wird uns nicht mehr gelingen. Aber unter Kontrolle müssen wir sie behalten“, sagt der Herr über die Deiche.

Ellen Reim

Ellen Reim

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Seit mehr als 25 Jahren ist sie mit Leib und Seele Lokalredakteurin bei der Kreiszeitung Wesermarsch. Vor allem in Nordenham kennt sie sich bestens aus.