Selbsthilfegruppen in der Wesermarsch wollen Image aufpolieren

Wer seinen krankhaften Gewohnheiten entsagen will, braucht in der Regel professionelle Hilfe. Die kommt von Ärzten und Therapeuten. Aber auch von Gleichgesinnten in sogenannten Selbsthilfegruppen. Davon gibt es viele, auch in Nordenham. Doch den Gruppen fehlt der Nachwuchs.

Jüngere weichen ins Internet aus

Um gleich ein mögliches Missverständnis auszuräumen: Natürlich sind die Gruppen froh um jeden, der ohne Abhängigkeit durchs Leben geht. „Aber die Süchtigen sind ja vorhanden, die Alkoholiker sterben nicht aus“, sagt ein Mitglied der Selbsthilfegruppe Friedrich-August-Hütte. Er glaube jedoch, dass sich jüngere Abhängige inzwischen eher im Internet mit Gleichgesinnten austauschen als im wahren Leben.

Erfahrungen, Kraft und Hoffnung

Umso wichtiger sei es, die positiven Effekte hervorzuheben, die Selbsthilfegruppen auf die Suchtkranken haben. „Erfahrungen miteinander zu teilen, sich Kraft und Hoffnung zu geben, das geht nur im persönlichen Gespräch“, sagt ein Mitglied. Wer sich erst einmal in eine Selbsthilfegruppe traue, der müsse auch dort nicht gleich allen seine Geschichte erzählen. „Wer neu dabei ist, kann sich erst einmal dazu setzen und zuhören.

Überblick über die Gruppen

Es gibt in der Wesermarsch zahlreiche Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige zahlreicher Abhängigkeiten und Süchte. Einen Überblick darüber gibt die Fachstelle Sucht der Diakonie (Telefon: 04731/8 80 40) im Internet.
www.suchtberatung-wesermarsch.de. In der Region gibt es darüber hinaus noch viele weitere Selbsthilfegruppen, auch zu Ängsten, Krankheiten und vielem mehr. Dafür ist Ansprechpartner die Bekos. www.bekos-oldenburg.de

Mehr zu diesem Thema lest Ihr am Sonnabend in der Kreiszeitung Wesermarsch.

Frank Lorenz

Frank Lorenz

zeige alle Beiträge

Frank Lorenz, Jahrgang 1982, stammt aus Bremerhaven und ist seit 2008 Redakteur bei der Kreiszeitung Wesermarsch. Er studierte Journalismus und Technische Kommunikation im Ruhrgebiet und volontierte bei der Nordsee-Zeitung.