Nordenham: Seltene Brachvögel als Hindernis für neues Industriegebiet?

Der Landkreis Wesermarsch will die rechtlichen Voraussetzungen für ein 118 Hektar großes Industrie- und Gewerbegebiet zwischen Esenshamm und Kleinensiel schaffen. Dagegen gibt es Widerstand in beiden Dörfern. Nun bestätigt ein Gutachten, dass Industrie und Gewerbe ein Brut- und Rastgebiet für Wiesenvögel zerstören würden.

Landesweit bedeutend

Der von dem Stadlander Kommunalpolitiker Günter Busch beauftragte Gutachter Dr. Klaus Handke aus Ganderkesee hat in dem Gebiet ein lokal bedeutendes Vorkommen an brütenden Wiesenvögeln festgestellt und ein landesweit bedeutendes Vorkommen rastender Regenbrachvögel.

Ein Vogel aus der Tundra

Der Regenbrachvogel ist ein Schnepfenvogel, der in der Tundra brütet. Auf dem Weg zwischen sibirischem Brutgebiet und afrikanischen Winterquartier rasten einige der Vögel zwischen Esenshamm und Kleinensiel.

Zahlreiche Einsprüche

Die Kritiker der Industriepläne ziehen das Vorkommen seltener Vögel als Argument gegen das geplante Gewerbe heran. Sie fürchten um ihre Ruhe. Kleinensiel und Esenshamm liegen weniger als einen Kilometer von dem geplanten Industriegebiet an der künftigen Autobahntrasse entfernt. Noch läuft das Verfahren für das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises Wesermarsch.

Eine Karte von dem Brutgebiet findet ihr am Samstag in der KREISZEITUNG WESERMARSCH.