Unfreiwillig aus dem Watt vor Fedderwardersiel gerettet

Sechs Personen sind am Sonntag in zwei Einsätzen aus dem Watt vor Burhave und Fedderwardersiel gerettet worden. Im zweiten Einsatz wurde eine fünfköpfige Gruppe aus dem Watt geholt. Aus Sicht eines der Geretteten wäre das aber nicht nötig gewesen.

Retter mit großem Aufgebot vor Ort

Mit einem großen Aufgebot waren die Retter am Wochenende vor Ort: Die Einsatzkräfte der DLRG Butjadingen, der Feuerwehren Stollhamm, Tossens und Burhave sowie des Rettungsdienstes Wesermarsch und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren im Einsatz. Doch: „Die Rettungsaktion war völlig überflüssig“, sagte ein Mann aus der Gruppe, der namentlich nicht genannt werden möchte, im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Gruppe kannte sich aus

Er sei mit seinen beiden Söhnen, einem Freund sowie dessen Sohn unterwegs gewesen. Die Kinder sind im Teenageralter. Der Rückweg zum Land sei zwar von einem Priel versperrt gewesen, doch „das war auf dem Hinweg ja auch schon so“, sagte er. Die Gruppe habe den Priel schwimmend durchqueren wollen. „Wir machen das häufiger“, sagt der Mann. „Nicht wir haben die Situation falsch eingeschätzt, sondern die Beobachter an Land“, betont er. Einzig die niedrige Wassertemperatur hätte ein Problem werden können. Aber auch damit habe die Gruppe Erfahrungen gehabt.

„Kein Fehlalarm“

Doch Markus Frelske, Pressesprecher der DLRG Butjadingen, bewertet den Vorfall anders. Er hat den Einsatz von Land aus verfolgt. Auch er betont, dass die Gruppe nicht in Lebensgefahr war, schätzt das Durchqueren eines Priels wegen der Strömung aber als sehr gefährlich ein. „Auch wenn die Erwachsenen sich das zutrauen, schaffen das minderjährige Kinder nicht unbedingt“, sagt er. „Wir tun diesen Einsatz darum nicht als Fehlalarm ab.“

Helfer rücken lieber einmal zu oft aus

Dennoch könne es natürlich vorkommen, dass Menschen an Land eine Situation falsch einschätzen und einen Notruf absetzen, obwohl niemand in Gefahr ist. „Das lässt sich nicht verhindern“, sagt Markus Frelske. Doch den Helfern sei es lieber, einmal zu oft auszurücken, als einmal zu wenig.