Pilotprojekt soll Paketflut in den Griff bekommen

In Großstädten wird der Online-Handel stark genutzt und verursacht zunehmend Verkehrsprobleme. Ein Projekt zur Verminderung des Verkehrs hat jetzt Prof. Dr. Wagner vom Berg von der Hochschule Bremerhaven vorgestellt: Gemeinsam mit der Bremerhavener Weser-Eilboten GmbH und dem Bremer Unternehmen Rytle GmbH soll ein zukunftsfähiges Zustellkonzept erarbeitet werden.

Box im Format einer Euro-Palette

Basis des Pilotvorhabens ist das neuentwickelte Last-Mile-Logistik-System der Firma Rytle, welches ein hocheffizientes System aus Verteilzentren (Hubs), elektromobilen Lastenfahrrädern und einer digitalen lnfrastruktur darstellt.  Die Grundidee lässt sich wie folgt beschreiben: Anstatt mit dem Diesel Kleintransporter zu jedem einzelnen Kunden zu fahren, beliefern die sogenannten KEP-Dienstleister einige Hubs in Bremerhaven. An den Hubs stehen neuartige, elektrisch betriebene Lastenfahrräder zur Verfügung, die eine mit Paketen oder sonstigen zu transportierenden Gütern bestückte Wechselbox im Format einer Euro-Palette einfach aufnehmen können.

Einsatz im Testfeld

Bis zu neun Boxen können in einem City-Hub zwischengelagert und von dort nahezu emissionsfrei und lärmarm in alle Richtungen im Stadtbereich verteilt werden. Ein digitales Informationssystem sorgt zugleich dafür, dass die Prozesse zum Beispiel hinsichtlich Fahrtrouten und des Personaleinsatzes optimal gesteuert werden können. In einem Testfeld in der Seestadt wird im nächsten Schritt das System pilothaft mit dem Praxispartner Weser-Eilboten aus der Bremerhavener Ditzen- Gruppe zum Einsatz gebracht und abschließend evaluiert. Vorgesehen ist eine Laufzeit von 24 Monaten ab Juni.