Welche Gefahren birgt eine Welt ohne Bargeld?

Hat Bargeld bald ausgedient? Und was bekommt der Bettler in den Hut gelegt, wenn es kein Bargeld mehr geben würde? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr. Rudolf Hickel. Der Wirtschaftswissenschaftler hält Pläne zur Abschaffung des Bargelds nicht nur für wirtschaftlich problematisch, sondern auch für gefährlich – weil es die Freiheit des Einzelnen beschneidet.

Hickel: Bargeld ist geprägte Freiheit

In immer mehr Bereichen können Kunden bargeldlos zahlen. „In Schweden geht in einigen Kirchen statt des Klingelbeutels ein Kartenlesegerät herum“, berichtete Prof. Dr. Rudolf Hickel jetzt bei einer Veranstaltung des Vereins Literatur und Politik in Bremerhaven. Wenn wir das Bargeld abschaffen, verlieren wir ein wichtiges autonomes Recht. Nämlich das Recht, unser Vermögen oder zumindest einen Teil davon ständig verfügbar zu haben. Bargeld ist geprägte Freiheit“, betont Hickel, der lange Zeit als Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Bremen gelehrt hat.

Kartenzahler hinterlassen Datenspuren

„Zudem habe Bargeld eine Sinnlichkeit. Schaffe man das ab, beschränke sich die Bezahlung auf reine Buchungsvorgänge. „Ohne Bargeld geht der letzte Bezug verloren“, warnt Hickel. Unter anderem kritisiert der Wirtschaftwissenschaftler das Hinterlassen von Datenspuren bei elektronischer Zahlung. Außerdem verlören die Menschen beispielsweise die Möglichkeit, durch das Horten von Bargeld anfallende Strafzinsen zu umgehen.