Blutrache in Visselhövede: Führt Motorrad zum Täter?

Das bei der Tat eingesetzte Motorrad stand Donnerstag im Mittelpunkt des Blutrache-Mordprozesses am Landgericht Verden. Die beiden Täter waren darauf am 9. Januar 2017 in Visselhövede auf ihr Opfer zugefahren. Zwölf Schüsse feuerte einer von ihnen auf den 46 Jahre alten Mann ab, dann flüchteten sie.

DNA-Spuren des Angeklagten

Über die Maschine erhofft sich das Gericht Hinweise, die zu den Tätern führen. Polizisten hatten sie rund drei Stunden nach der Tat Nahe der Anschlussstelle Bad Fallingbostel gefunden. Auf ihr fanden sich DNA-Spuren des 23 Jahre alten Angeklagten.

Ein Weg führt ins Nirgendwo

Einem Zeugen war die Kawasaki am Tattag im Bereich der Fundstelle aufgefallen. Er habe sich gewundert, dass sie in einen Schotterweg einbog, der nirgendwo hinführt. Als er dann im Radio von dem Mord hörte, meldete er sich bei der Polizei.

Der Angeklagte gesteht und schweigt

Allerdings hatte er nur eine Person auf dem Motorrad gesehen. Ob es sich dabei um den aus Albanien stammenden Angeklagten gehandelt hat, ist unklar. Bei der Tat soll der 23-Jährige das Motorrad gefahren haben. So hat er gegenüber der Polizei gestanden. Seitdem jedoch schweigt er.

Anklage geht von vier Tätern aus

Die Staatsanwaltschaft geht von insgesamt vier Tätern aus: Zwei auf dem Motorrad und zwei, die parallel dazu das Opfer beobachtet haben. Auf dem Bürgersteig vor einer Grundschule war der 46-Jährige den Mördern dann am Tattag schutzlos ausgeliefert.

Verteidigung stellt Blutrache-Motiv infrage

Die Verteidigung stellte nun einmal mehr infrage, ob tatsächlich Blutrache das Motiv für die Tötung war. „Es könnte doch genauso gut sein, dass es sich um Drogengeschäfte handelt.“. Darauf indes gibt es laut der Staatsanwältin allerdings keinerlei Hinweis. Pikanterie am Rande: Bei dem Angeklagten war im Rahmen der Festnahme ein Kilogramm Marihuana gefunden worden.