Rotenburg: Der Star macht sich rar

Richtig selten ist er nicht, der Star. Doch er macht sich auch im Landkreis Rotenburg zunehmend rar. Verschwindet er, wirkt sich das auch auf andere Tier- und Pflanzenarten aus.

NABU kürt Star zum „Vogel des Jahres“

Dass ihn der Naturschutzbund zum „Vogel des Jahres“ erkoren hat, findet Robin Maares vom NABU Rotenburg ebenso erfreulich wie überfällig. Denn der Bestand nimmt seit Jahren rapide ab.

Weidelandhaltung erleichtert Futtersuche

Zu schaffen macht dem Vogel mit dem purpur-glänzenden Gefieder die zunehmend intensive Landwirtschaft. Stehen Kühe und Schafe auf der Weide, halten sie das Gras kurz und locken unzählige Insekten an. Der Star findet dadurch leicht Futter, erklärt Maares. Doch das gibt es kaum noch. Längst wird Vieh überwiegend im Stall gehalten, was den Vögeln die Futtersuche erschwert. Pestizide tun ihr übriges, ebenso Mais- und Getreideanbau.

Es gibt immer weniger Brutplätze

Hinzu kommt: Auch die Suche nach Brutplätzen gestaltet sich immer schwieriger. Stare schätzen kleine Höhlen in Bäumen oder Gebäuden. Letztere werden aber aus energetischen Gründen oft abgedichtet. Bruthöhlen verschwinden und mit ihnen der Star.

Schwund von zwei Millionen Brutpaaren

In kleinen Dörfern mit alten Häusern und Ställen sowie mit kleineren landwirtschaftlichen Betrieben, bei denen die Kühe auf der Weide stehen, sind Stare durchaus noch häufig anzutreffen, berichtet der Vogelexperte. Von solchen Dörfern gebe es im Landkreis Rotenburg noch einige. Wie dramatisch sich die Situation jedoch verändert hat, zeigt ein Blick auf die vergangenen 20 Jahre: Um zwei Millionen Brutpaare sei der Bestand in Deutschland seither geschrumpft.