„Ein unsichtbarer Amor“ in der Samtgemeinde Tarmstedt

Sie haben sich im wahren Leben gesehen, Blicke ausgetauscht und vielleicht miteinander gesprochen, doch der Mut fehlte, die entsprechende Person nach der Telefonnummer zu fragen. Die Facebook-Seite „Spotted: Samtgemeinde Tarmstedt“ hilft unglücklichen Verliebten mithilfe einer anonymen und kostenlosen Anzeige, diese Person wiederzufinden.

Abwarten ist angesagt

Die Funktionsweise ist einfach: Dafür muss lediglich eine Nachricht an „Spotted“ geschrieben werden, die dann vom Seitenbetreiber veröffentlicht wird. Anschließend heißt es abwarten: Meldet sich die Person über die Anzeige? Wird sie anhand der Beschreibung von Freunden oder Bekannten erkannt? Und bekommt die „Liebe“ dann eine Chance?

Anonym verkuppeln

Der Betreiber der Tarmstedter Seite möchte anonym bleiben: „Ich könnte mir vorstellen, dass sich die Community dabei wohler fühlt, von einem unsichtbaren Amor verkuppelt zu werden, als direkt einen Namen vor Augen zu haben.“ Die Idee zur Seite ist 2015 bei einem Grillabend entstanden, als ein Kumpel ein Mädchen finden wollte, das er an der ,Kiese‘ erspäht hat, berichtet der Liebesbote.

Auch in anderen Samtgemeinden

Daher hieß die Seite erst „Spotted: Kiese Tarmstedt“, bevor sie dann zum Ende der Badesaison in „Spotted: Samtgemeinde Tarmstedt“ umbenannt wurde. „Natürlich waren wir gewissermaßen nur Trittbrettfahrer, viele andere Orte betrieben ja bereits eine derartige Seite.“  Auch im Landkreis Rotenburg gibt es mehrere Spotted-Seiten, so auch unter anderem in Zeven, Selsingen und Sittensen.

Nach Zeltfeten wird mehr gesucht

Ein bis zwei Anfragen pro Woche gehen bei der Tarmstedt-Seite ein: „Nach Zeltfeten steigt die Zahl der Anfragen für gewöhnlich leicht an“, sagt der Liebesbote. Innerhalb weniger Stunden werden die Gesuche dann auf der Facebook-Seite veröffentlicht.

Präzise Anfragen führen zum Erfolg

Doch nicht jede Anzeige hat Erfolg, auf der Facebook-Seite zu landen: „Falls jedoch Leute die Seite mit wg-gesucht.de oder Ebay Kleinanzeigen verwechseln, sehe ich von der Veröffentlichung der Nachricht ab.“ So oft sei dies aber nicht vorgekommen, berichtet der Liebesbote. Je präziser die Anfragen gestellt sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand meldet – und Amor seinen Liebespfeil losschicken kann.

Je genauer die Beschreibung ist, desto besser stehen die Chancen, diese Person wiederzufinden.
Je genauer die Beschreibung ist, desto besser stehen die Chancen, diese Person wiederzufinden. Screenshot
Sophie Stange

Sophie Stange

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Sophie Stange kommt gebürtig aus Lutherstadt Wittenberg. Von September 2016 bis Ende Mai 2019 arbeitete sie als Redakteurin bei der Zevener Zeitung. Zuvor hat sie das Bachelorstudium "Angewandte Medienwissenschaft" an der TU Ilmenau absolviert. Ein zweijähriges Volontariat bei der Schweriner Volkszeitung folgte kurz darauf. Zudem hat sie den Masterstudiengang "Journalismus und Medienwirtschaft" an der Fachhochschule Kiel erfolgreich abgeschlossen.