Elektroautos sind gefragt: Projekt im Landkreis Rotenburg kommt bei Bürgern an

Zehn Tage lang kostenlos ein Elektroauto fahren: Dieses Angebot des Landkreises Rotenburg kommt bei den Bürgern an. Die Nachfrage ist ebenso groß wie die Begeisterung.

Landkreis lost Teilnehmer alle drei Monate aus

Zwei Autos stellt der Landkreis für das nur in diesem Jahr laufende Projekt zur Verfügung: einen Golf und einen VW-up. Wer diese fahren darf, wurde alle drei Monate ausgelost – ein letztes Mal Ende September.

Testfahrten sind bei Bürgern gefragt

1400 Kreisbewohner wollten die Elektroautos testen, 47 Personen bekamen den Zuschlag. Mit einer solchen Resonanz hatte Ulrike Jungemann nicht gerechnet. Die Mitarbeiterin der Stabsstelle Kreisentwicklung koordiniert das Projekt.

„Nicht einer war bisher unzufrieden“

Die Reaktionen waren durch die Bank positiv. Das bestätigt auch Wolf Warncke vom Tarmstedter Autohaus Warncke, das die beiden Autos für das Projekt bereit stellt. „Nicht einer war bisher unzufrieden.“

Der Fahrkomfort der fast lautlosen und schnell beschleunigenden Autos kam an. Hinzu gesellt sich das Bewusstsein, abgasfrei unterwegs zu sein.

Es geht nicht um den unmittelbaren Verkauf

Trotz aller Begeisterung: Gekauft hat von den ausgelosten Testfahrern bislang keiner ein E-Auto. Laut Warncke kommt es darauf bei dem Projekt aber auch nicht an.

Ziel war sei es, dass  die Bürger solche Fahrzeuge kennenlernen und „praktische Erfahrungen für eine Technik der Zukunft“ sammeln. „Das muss man eher langfristig sehen.“

Geringe Reichweite ist für viele ein Knackpunkt

Ein Knackpunkt ist die für viele zu geringe Reichweite: Nach etwa 160 Kilometern musste der Up wieder an die Steckdose, nach etwa 240 der Golf. Zu wenig, hieß es mehrfach in der Beurteilung der Probanten.

Es gibt noch zu wenig Schnellladestationen

Viel Luft nach oben gibt es auch bei der Infrastruktur für Schnellladestationen. Und auch der Preis ist vielen trotz staatlicher Zuschüsse noch zu hoch. Beim nächsten Autokauf aber will manch einer nach seinen Erfahrungen mit den Probewagen auch über ein Elektromodell nachdenken.