Freundschaft statt Politik: Schüler aus Tarmstedt treffen sich mit Türken

Deutsche und türkische Politiker verstehen sich momentan nicht besonders gut. Doch das darf nicht zu Sprachlosigkeit führen, finden Lehrer in Tarmstedt. Sie haben deshalb ihre Schüler mit türkischen Jugendlichen zusammen gebracht. 

Ein Austausch kommt gerade nicht in Betracht

Seit 2015 pflegt die KGS Tarmstedt eine Partnerschaft mit einer Schule in Denizli. Die Millionenstadt liegt im Südwesten der Türkei. Doch wegen der schwierigen Lage im Land kommt ein Schüleraustausch aktuell nicht in Frage. Einschlafen sollte die Beziehung aber auch nicht.

Schüler aus Tarmstedt fahren nach Berlin

Also traf man sich einfach in Berlin. Eine Woche verbrachten junge Türken und Deutsche dort zusammen. Sie arbeiteten in Workshops, genossen gemeinsam ihre Freizeit und besuchten Sehenswürdigkeiten.

Deutsche sind nicht immer pünktlich

Dabei vergaßen sie so manches Klischee, wie die Teilnehmerinnen Jeeva Fincke und Ronja Viebrock hinterher verrieten. Die türkischen Mädchen trugen keine Kopftücher, und die Jungen keine Schnauzbärte. Und die Türken lernten, dass Deutsche nicht unterkühlt und nicht immer pünktlich sind.

Beim Abschied flossen Tränen

Das Treffen hat den Mädchen so gut gefallen, dass beim Abschied Tränen flossen. Beide wollen unbedingt mal in die Tükei reisen, um ihre neuen Freunde zu besuchen. Vielleicht erfüllt sich ja sogar noch der Traum von einem richtigen Schüleraustausch. Politik habe übrigens überhaupt keine Rolle gespielt  bei dem Treffen.

Viel mehr gelernt als in der Schule

Die Begegnung war in jedem Fall wertvoll. Ihre Schüler hätten in Berlin viel mehr gelernt als in jeder Schulwoche, glaubt Lehrerin Deike Lührs.