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Fußball zwischen November und März – ein planungstechnischer Albtraum

Es ist der Albtraum eines jeden Ansetzers, Fußballers und Diskobesitzers: Die zwischen Mitte November und Ende März angesetzten Partien zerschießen jedes Jahr aufs Neue nicht nur die Planungen einer jeden Sportredaktion.

Schon freitags glühen die Smartphones

Schon freitags glühen die Drähte zwischen den Vereinen, finden die ersten Platzbegehungen statt, kommen die ersten Anfragen nach Alternativterminen. Sonnabends gibt es noch optimistische Prognosen, dann sorgen Schnee und Regen am Sonntagmorgen für die endgültige Erkenntnis, dass gar nichts mehr geht.

Keine Generalabsage am Sonntag

Dass es beispielsweise im NFV-Kreis Rotenburg am Sonntag keine Generalabsage gab, hat dabei durchaus seine Berechtigung, zumindest in Spielklassen, in denen noch „echte Männer“ gefordert sind: In Hesedorf bei Bremervörde schob sich die örtliche MTV-Drittvertung mit einem hart erarbeiteten 4:0-Erfolg über Schlusslicht Teutonia Steddorf II vom achten auf den siebten Tabellenplatz der 4. Kreisklasse Nord.

Beim Oberligisten Heeslingen kommen sie ins Grübeln

Am sportlich entgegengesetzten Ende des Fußballkreises Rotenburg, der Oberliga, fragen sich derweil insbesondere die Verantwortlichen des Heeslinger SC so langsam, wann sie die bislang sechs ausgefallenen Punktspiele überhaupt noch nachholen sollen. 19 Partien muss die Bargfrede-Elf bis zum Saisonende am 18. Mai absolvieren. Dass drei davon noch in diesem Jahr stattfinden können, glaubt angesichts des seit Juli nur sporadisch unterbrochenen Dauerregens niemand. Soeben wurde das für Mittwoch in Gifhorn angesetzte Match abgesagt.

Späte Spielabsagen kosten Diskotheken Umsatz

Auch in der Bezirksliga – mithin einer weiteren Spielklasse, in der Diskothekenbetreibern durchaus nennenswerte Umsätze entgehen, wenn die Spielabsagen erst am Sonntag erfolgen – soll ebenfalls bis kurz vor Weihnachten gespielt werden, um dann nach fünfwöchiger Pause bereits im Januar wieder durchzustarten.

19 Partien in sechs Wochen? Viel Spaß!

Das aberwitzige daran: Das bisschen Weiß, das wir am Wochenende gesehen haben, war nur ein Vorbote. Das echte Mistwetter kommt erst noch. Der Winter naht. Sollte er bis Ostern dauern, dann hätten die Heeslinger knapp sechs Wochen für 19 Partien. Viel Spaß dabei.

Oliver Moje

Oliver Moje

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Oliver Moje hat schon als Zehnjähriger eine erste eigene Zeitung für Freunde herausgegeben und als Neuntklässler 1986 eine Schülerzeitung an der KGS Tarmstedt gegründet. Nach dem Abitur am Zevener St.-Viti-Gymnasium 1990 war er vier Jahre als freier Mitarbeiter bei der Wümme-Zeitung in Lilienthal tätig, bevor er 1994 zunächst als Volontär, dann als Redakteur bei der Zevener Zeitung anfing, für die er bis heute arbeitet.