Gedenkstätte Lager Sandbostel: Mit kleinem Team viel erreicht

Tausende Besucher jedes Jahr, Führungen und Vorträge, Friedenspädagogik und Forschung. Dazu das Betreuen von Angehörigen der Insassen, die einst im NS-Kriegsgefangenenlager Sandbostel gelitten haben: Die Arbeit einer Gedenkstätte ist komplex. Doch trotz großer Herausforderungen wird sie in Sandbostel mit kleinem Team erfolgreich geleistet.

Helfer sind der Gedenkstätte jederzeit willkommen

Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann erinnert an bauliche Fortschritte. Zuletzt ist ein 1,5 Hektar großes Grundstück entrümpelt, von Bewuchs befreit und in die Gedenkstätte integriert worden. Viele Baracken sind gesichert und jetzt auch außerhalb der Öffnungszeiten begehbar. Stolperfallen und Einsturzgefahren gehören der Vergangenheit an. Das ist vielen freiwilligen Helfern zu verdanken. Weitere sind jederzeit willkommen.

Ehemalige katholische Kirche wieder hergerichtet

Als großen Schritt sieht die Gedenkstätte die Herrichtung der ehemaligen katholischen Lagerkirche. Sie stammt aus der Zeit, als das Lager als Notaufnahmelager für jugendliche Flüchtlinge aus der DDR genutzt worden war. Damit steht den Machern jetzt ein Veranstaltungsraum für rund 100 Besucher zur Verfügung. Geprüft wird nun, inwieweit er beheizt werden kann.

Bibliothek und Archiv zunehmend professionalisiert

Ein wenig sichtbarer Teil der Gedenkstättenarbeit besteht in der Professionalisierung von Bibliothek und Archiv. Ronald Sperling  sichtet und katalogisiert tausende Dokumente, um sie für die historische Forschung und Angehörigen-Betreuung nutzbar zu machen.  Was auffällt: Zunehmend machen Studenten in Sandbostel ihre Abschlussarbeiten. Schließlich hat das ehemalige Lager eine bundesweite Bedeutung.