Anzeige

Gedenkstätte Lager Sandbostel würdigt Franzosen posthum

Einst saß Bernard Le Godais als französischer Kriegsgefangener im ehemaligen NS-Lager Sandbostel ein. Jetzt ehrt ihn die Gedenkstätte Lager Sandbostel posthum zum 100-jährigen Geburtstag  für seine Menschlichkeit und Verdienste um die Versöhnung über Grenzen hinweg.

Kirchensaal nach Bernard Le Godais benannt

Die Gedenkstätte benannte den Veranstaltungsraum in der ehemaligen katholischen Kirche in „Bernard-Le-Godais-Saal“ um. Dieser wird für Konzerte, Ausstellungen und mehr genutzt. „Ich denke, dass dieser Raum in herausragender Weise geeignet ist, an diesen großen, französischen Mann zu erinnern“, sagt Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann. Le Godais sei zeitlebens ein gläubiger Katholik gewesen.

Ehrenbürger von Sandbostel und Gründer von „Pro Europa“

Bernard Le Godais ist Ehrenbürger von Sandbostel und war Mitbegründer des Vereins „Pro Europa“. Seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, seine Kriegsgefangenschaft unter anderem im Lager Sandbostel und vor allem seine Begegnung mit Opfern der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft im KZ-Auffanglager Sandbostel im April 1945 bewogen ihn dazu, sein Leben  in den Dienst der Völkerverständigung zu stellen.

Franzose macht sich für Gedenkstätte stark

1982 kehrte Le Godais erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg zurück nach Sandbostel. Er machte sich für die Einrichtung einer Gedenkstätte stark und vermittelte zwischen Konfliktparteien. 2012 starb der Franzose, dem die Gedenkstätte nun posthum eine besondere Würdigung zuteil werden lässt.