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Gefährliche Körperverletzung: Amtsgericht Zeven spricht Angeklagte frei

Drei Beteiligte, zwei Geschichten und viele Fragezeichen: So kann eine Gerichtsverhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung am Montag am Amtsgericht in Zeven beschrieben werden. Konkret geht es um drei Personen aus einer Therapieeinrichtung aus Brauel, die in Streit geraten sind.

Auslöser soll ein Gerücht gewesen sein

Der Auslöser des Streits soll ein Gerücht gewesen sein, das der Betroffene in der Einrichtung gestreut haben soll, so einer der Angeklagten. Er wollte die Angelegenheit daraufhin persönlich klären und nahm als Schlichter seinen Zimmermitbewohner, den zweiten Angeklagten, mit. „Zu einer körperlichen Auseinandersetzung ist es nie gekommen“, so der Angeklagte.

Verletzungen am Kopf

Der Betroffene hat die Tat, die sich bereits im Juli 2017 ereignet haben soll, anders in Erinnerung: So sollen beide Angeklagte in sein Zimmer gekommen sein, als er auf seinem Bett lag. Dann habe sich einer der Beschuldigten auf ihn gestützt und ihn mit einem Stuhl oder Tisch am Kopf und an der Hand verletzt. Fotos, die die Verletzungen dokumentierten, fehlten bei der Verhandlung.

Aussagen verändert

Bei der Polizei machte der Betroffene zudem andere Aussagen: Beide Angeklagten sollen ihn attackiert haben, des Weiteren soll es um ein Handy gegangen sein, das er für einen der Angeklagten einschleusen sollte. Die erste Aussage korrigierte er nun vor Gericht: Nur einer habe ihn angegriffen. Die zweite Aussage sei so nicht korrekt gewesen, gab er bei der Verhandlung zu.

Fragezeichen bleiben

Viele Fragezeichen blieben jedoch bis zum Schluss: Die Staatsanwaltschaft plädierte daraufhin auf Freispruch und begründete es mit der unzureichenden Beweislage. „Es wäre schön gewesen, wenn die Dokumentation vollständig gewesen wäre. Ich kann nicht feststellen, dass die Angeklagten oder einer der beiden dem Zeugen körperlich misshandelt hat. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen“, sagt Richterin Stößel und spricht die Angeklagten frei.

Sophie Stange

Sophie Stange

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Sophie Stange kommt gebürtig aus Lutherstadt Wittenberg. Seit September 2016 arbeitet sie als Redakteurin bei der Zevener Zeitung. Zuvor hat sie das Bachelorstudium "Angewandte Medienwissenschaft" an der TU Ilmenau absolviert. Ein zweijähriges Volontariat bei der Schweriner Volkszeitung folgte kurz darauf. Zudem hat sie den Masterstudiengang "Journalismus und Medienwirtschaft" an der Fachhochschule Kiel erfolgreich abgeschlossen.