Hurricane-Festival: Ein Hauch von Woodstock in Scheeßel

Scheeßel ist die mit Abstand größte Gemeinde im Landkreis Rotenburg. Jedenfalls Ende Juni, wenn sich zu den 13.000 Einwohnern 70.000 Festivalgäste gesellen. Für einige Tage fegt dann ein Hurricane über den ansonsten beschaulichen Ort.

Ein Scheeßeler erinnert sich an die Anfänge

Musikfestivals haben Geschichte in Scheeßel. Das erste fand 1973 auf dem Eichenring statt. Einer, der damals schon dabei war, ist der Scheeßeler Detlev Kaldinski. Er erinnert sich, wie er als Teenager direkt vor der Bühne sein Zelt aufgeschlagen hatte und im Schlafsack Lou Reed lauschte. Ein Hauch Woodstock wehte über den Eichenring.

Mit Kasse durchgebrannt

Die zweite Auflage unter dem Namen „First Rider Open Air“ wurde 1977 zum Fiasko. Der Veranstalter war mit der Kasse durchgebrannt als ihm klar wurde, dass er die Bands nicht bezahlen kann, und zu allem Überfluss fackelten erboste Besucher am Ende auch noch die Bühne ab. Danach war erst einmal Schluss mit lustig.

Rund 70.000 Besucher

Bis 20 Jahre später der Konzertveranstalter FKP Scorpio die Idee aufgriff und in Scheeßel ein Rock-Festival initiierte. Nun unter dem Namen Hurricane. Rammstein, INXS und Bad Religion spielten als Headliner vor 20.000 Besuchern. Inzwischen spielen jedes Jahr an drei Tagen rund hundert Bands und Interpreten auf vier Bühnen. Rund 70.000 Besucher feiern vor den Bühnen sowie auf den Campingplätzen. Dieses Jahr gibt es auch Tagestickets.