In Zeven werden Medikamente knapp

Immer mehr Patienten bekommen in ihrer Apotheke immer seltener das auf dem Rezept verschriebene Medikament. Das betrifft auch gängige Präparate. Sie sind schlicht nicht verfügbar. „Es ist ein Drama mittlerweile“, sagt Apotheker Jürgen Brandt aus Zeven.

Schmerzmittel und Blutdrucksenker

Die Misere trifft auf Schmerzmittel ebenso zu wie auf Blutdrucksenker oder Antidepressiva. „Aus fast jedem Indikationsgebiet ist ein Wirkstoff betroffen“, unterstreicht Brandt. Davon nicht ausgenommen sind auch gängige Medikamente wie Ibuprofen oder Valsartan. Für Ärzte und Apotheker bedeutet das, viel Aufwand zu treiben, um alternative Medikamente zu finden. „Wir müssen ständig Rücksprache halten mit den Ärzten“, berichtet der Apotheker.

Wenige Hersteller beherrschen den Markt

Für die angespannte Lage gibt es laut Brandt mehrere Ursachen: Einmal ist es die in den Schwellenländern gestiegene Nachfrage, die das Angebot bestimmter Wirkstoffe verknappe. Außerdem beherrschen wenige Hersteller einiger Wirkstoffe den Markt.

Verlagerung ins Ausland

Daneben habe die seit etwa 15 Jahren in Deutschland betriebene Preisgestaltung zu eingeschränkter Verfügbarkeit von Medikamenten geführt. Unternehmen verlagerten die Wirkstoffproduktion oder auch den Vertrieb ins Ausland, weil sie dort mehr mit den Arzneimitteln verdienen.