Anzeige

Landkreis Rotenburg setzt bei Babykörbchen auf Prävention

Es soll für Mütter der letzte Ausweg sein: die Abgabe ihres Neugeborenes in ein Babykörbchen. Seit 2010 ermöglicht das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg Frauen eine  anonyme Abgabe. 

Anliegen von Frauen aus dem Landkreis

„Dieses Babykörbchen ist nicht eine Idee aus dem Krankenhaus, sondern ein Anliegen, was Frauen aus dem Landkreis hier an das Krankenhaus herangetragen haben“, sagt die Krankenhausseelsorgerin Margot-Jutta Kruse. Es habe zudem Gespräche zum Bedarf und Ablauf mit dem Jugendamt und der Lebensberatungsstelle gegeben.

Signal ertönt

Als der Entschluss feststand, wurden die  Abläufe konzipiert: So ertönt, wenn ein Baby in das Wärmebettchen gelegt wird, ein Signal, das an die Neonatologie geleitet wird. Danach folgt die medizinische Versorgung und die Einhaltung der Verabredungen mit den Ämtern. Wie diese genau aussehen, darüber möchte Kruse keine Auskünfte erteilen.

Prävention steht im Fokus

Denn es geht dem Krankenhaus vor allem um die Prävention, die es mit einem Netzwerk aus Beratungsstellen, Behörden und Hilfsorganisationen zusammen gewährleisten möchte, damit kein Kind abgegeben werden muss. So finden Betroffene auch vor dem Babykörbchen Informationen auf einer großen Tafel und ein Informationsblatt am Wärmebettchen.

„Andere Lösung finden“

Dennoch ist der Wunsch, dass das Babykörbchen leer bleibt, in den vergangenen Jahren nicht in Erfüllung gegangen, sagt Kruse. Zahlen möchte sie jedoch nicht nennen. „Wir hoffen trotzdem weiter, dass möglichst wenig oder keine Kinder hier landen. Nicht, weil wir sie nicht wollen, sondern weil wir hoffen, dass Menschen für sich andere Lösungen finden.“

Sophie Stange

Sophie Stange

zeige alle Beiträge

Sophie Stange kommt gebürtig aus Lutherstadt Wittenberg. Seit September 2016 arbeitet sie als Redakteurin bei der Zevener Zeitung. Zuvor hat sie das Bachelorstudium "Angewandte Medienwissenschaft" an der TU Ilmenau absolviert. Ein zweijähriges Volontariat bei der Schweriner Volkszeitung folgte kurz darauf. Zudem hat sie den Masterstudiengang "Journalismus und Medienwirtschaft" an der Fachhochschule Kiel erfolgreich abgeschlossen.